Prinzipielle Bedeutung d, Maschine; d, Verwendung mechanischer Kräfte. 167
Wärmezustände, zur Messung und Wägung im wesentlichen aufdie menschlichen Fähigkeitein zu fühlen, zu schmecken, zu riechen, zusehen, angewiesen. Jetzt tritt an Stelle dieser subjektiv zufälligendie objektiv exakte Ermittelung der Schwere, Länge, Wärme, Dicke,Daner durch wissenschaftlich genau konstruierte Meß- nnd Wiege-apparate. Das Emanzipatorische äußert sich hier in doppelterHinsicht: die Technik wird frei von der zufälligen Veranlagungbestimmter Persönlichkeiten mit besonders feiner Zunge, empfind-samen Nerven, klaren Angen und offenen Ohren und ebenso vonder naturveranlagten Zufälligkeit der Ausführung, die solangebestehen bleibt, als lebendige Menschen, durch deren Adern warmesBlut fließt, die Funktionen ausüben.
Damit haben wir auch schon den Punkt getroffen, in demsich die prinzipielle Bedeutung aller vervollkommnetenMaschinerie äußert: sie vermag den Vollzug irgend einer Vor-nahme zu einer Exaktheit zu entwickeln, deren der Mensch niemalsfähig ist. Auch das seiuste Werkzeug, der delikateste Griffel oderMeißel iu der Hand des Arbeiters kann doch nie etwas anderesleisten, als manuelle Fähigkeiten unterstützen: die Arbeitsmaschinedagegen kennt diese Schranke nicht. Sie braucht nicht mehr denKontakt zwischen Auge und Hand, auf den: alle Verfeinerungmanueller Geschicklichkeit beruht: sie kann so fein schneiden, so sichernnd regelmüßig eine Verrichtung wiederholen, wie niemals diemenschliche Hand es vermöchte: sie ersetzt eben in vollkommenerForm die Arbeit des Arbeiters.
Kann man in diesem Falle sagen, daß die mechanische Technikden Arbeitsprozeß von der qualitativen Beschränktheit alles Orga-nischen emanzipiert, so beobachten wir in andern Fällen, wie es dievon der organischen Natur in dem körperlichen Ausmaß ihrer Indivi-dualitäten gezogenen Schranken der quantitativen Leistung sind, diedie moderne Technik durchbricht. Darin liegt doch wohl die prin-zipielle Bedeutung der Verwendung mechanischer Kräfte,daß sie eine beliebige Häufung von Energie und deren unbehinderteKonzentration auf einen Punkt zulassen, während der menschlicheund tierische Organismus nur immer über eine beschränkte Mengevon Kraft verfügt, die sich auch schwer durch eiu Zusammenwirke»