— des Giro- und Abrechmmgswesens.
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Platzverkehr fast bis zur Vollendung ausgebildet worden war.diesen Giroverkehr, im wesentlichen in seinen bisherigen Formen,übernahm die Neichsbank mit der Hamburger Bank, und nachseinem Muster ist dann mit den entsprechenden Veränderungen derGiroverkehr von ihr über ganz Deutschland organisiert uud zugroßer Entfaltung gebracht worden. Während die Umsätze imGiroverkehr bei der Preußischen Bank im Jahre 18 7 5 nur834 Millionen Mark, bei der Hamburger Bank 2 658 MillionenMark betragen hatten, haben sie sich im ersten Jahre des Be-stehens der Reichsbank auf 16.7 Milliarden Mark, und bis zuniJahre 1900 auf 164 Milliarden Mark gehoben. Die Zahl derKanten, welche die Reichsbank von den beiden genannten Insti-tuten übernommen hatte, betrug insgesamt nicht viel mehr als700. Sie steigerte sich noch im Jahre 1876 auf 3 245 und biszum Ende des Jahres 1900 auf 15 847. Eine Ergänzung hatder Giroverkehr in dem ebenfalls von der Reichsbauk gefördertenAbrechnungswesen erfahren. Im Jahre 1883 ist von ihr mit derBegründung von Abrechnungsstellen begonnen worden, derenPrinzip, ivie bekannt, darin besteht, daß die Vertreter der betei-ligten Banken ihre Wechsel, Checks, Rechnungen usw. gegeneinanderverrechnen uud nur die Restbeträge zur Auszahlung bringen oderaus ihren Girokonten bei der Reichsbank verbuchen lassen. Dieerste Abrechnungsstelle wurde 1883 in Berlin errichtet. In dem-selben Jahre folgten Frankfurt a. M, Stuttgart, Köln, Leipzig ,Dresden uud Hamburg nach, 1884 Breslau und Bremen , 1893Elberfeld . Der Betrag, der in diesen neun, bezw. zehn Abrech-nungsstellen zur Verrechnung gelangte, bezifferte sich 1884 auf12.1 Milliarde Mark und war 1900 auf 29.5 Milliarden Markgestiegen, während die Zahl der Mitglieder sich in dein gleichenZeitraum nur vou 112 auf 126 vermehrt hat. Ein neuesZvmptom für die starke Konzentrationstendenz im Bankwesen!
Das sind wiederum große Zifferu, aber es sind doch verhält-nismäßig geringfügige Beträge, wenn wir sie etwa mit andernAndern wie England vergleichen. Der Grund der laugsamen Ent-wicklung des Giro- und Abrechnungsverkehrs in Deutschland istin der Tatsache zu suchen, daß hier das System der Kassensühruug