Der Detailhandel als Handwerk.
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Rauch-, Kau-, Schnupftabak, Schiefertafel,,, Papier uud andereSchreibwaren, Stoffe, Nähgerätschaften, Spaten, Ketten, Sensen,Peitschen, Farben, Heringe, Syrup usw. — iu der einen Gemischt-warenhandlung bei einander finden. In höher entwickeltenVerkehrsgebieten, den größeren Städten, hatte sich wohl schon zuBeginn des Jahrhunderts, jedenfalls um die Mitte, eine Weiter-bildung dieser Keimzelle des Kramladens insofern vollzogen, alsdie ursprünglich einheitliche Warenhandlung in verschiedene Läden,die ich als Branchengeschäfte bezeichne, differenziiert war.
Das Gemeinsame aller Branchengeschüfte war, daß sieden Kreis der von ihnen geführten Artikel nach der Herkunft derWaren umschrieben. Für den Vertrieb der Rohstoffe sorgtenzwei Arten von Geschäften, von denen die einen im wesentlichenalles seilboten, was von fern her, insbesondere vom Auslandekam, die andern das übrige. Jene AuslaudSwarengeschäfte sinddie Materialwaren-, Kolonialwaren-, Spezereiwaren usw. Läden,deren Inhaber „Materialisten" hießen. Ein Blick auf die Listeder Waren, die den „Materialisten" nach den Taxordnungen zuführen erlaubt waren, überzeugt uns von der Auslandsqualitütfast aller gehandelten Artikel: denn auch alle Ole, die meistenFarbstoffe, der Zucker usw. find ja in jener Zeit noch exotischerHerkunft. Die Jnlandsrohstoffgeschäfte sind unter dem Namender Landesprodukten-, Produkten-, Viktualien-, Vvrkosthandluugen,der Gräupner, Bäudler usw. noch heute vielfach ihrem ursprüng-lichen Wesen gemäß gekennzeichnet.
Gewerbliche Erzeugnisse wurden im wesentlichen in vier (nachanderer Rechnung fünf) Arten von Detailgeschästen vertrieben:
1. Textilwaren in den sogenannten Ausschnittgeschäften,Schnittwarenhandlungen, Manusakturwarenhandlungen, wo nochohne Unterschied alle „Ellenwaren" gehandelt wurden, oder imFall weitergehender Differenzierung in besonderen Tuch-, Baum-wollwaren-, Leinwandhaudlungen. Was der Käufer, richtigerwohl die Käuferin hier fanden, waren also im wesentlichen dieElemente der Kleidung, die dann im Hause oder bei Lohnhand-werkern weiter verarbeitet wurden. Zur Ergänzung diente eine
Reihe von Zutatgeschäften, wie beispielsweise die Zwirnhandlnngen,
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