Verschicbungen in dem Anteilsverhältnisse der einzelnen Bernse. 491
1843
1895
Landwirtschaft.....
60.84—61.34
36.12
L. Gewerbe......
23.37
38.37
0. Handel und Verkehr . .
1.95
11.39
v. Häusliche Dienste . . .
(in den übrigen Berufs-
gruppeu mitgezählt)
2.09
u. ?. Beamte, freie Berufe
und Berufslose . . . .
4.5—5
11.67
100
100
Betrachten wir nun aber die Gliederung der Bevölkerungnach Berufen im einzelnen etwas genauer, so fällt uns zunächstdie Tatsache auf (die sich ebenfalls als ein Ergebnis uns bekannterEntwickelungsreihen darstellt), daß die Zahl der verschiedenenBerufe — durch Differenzierung namentlich der gewerblichenTätigkeit — in fortwährendem Wachsen begriffen ist.
Das Berufsverzeichnis von 1895 weist nicht weniger als10397 Berufsbenennungen auf: 4218 mehr als im Jahre 1882.Eine Differeuziierung ist Wohl auch insosern eingetreten, als heuteweniger Personen verschiedene Berufe zu gleicher Zeit ausüben.Der aufmerksame Leser wird sich einer kleinen Statistik für denKreis Solingen aus dem Jahre 1834 erinnern, aus der die außer-ordentlich häufige Vereinigung verschiedener Berufe in frühererZeit ersichtlich wurde. Ich denke, man wird jene Ziffern ohneweiteres als typische für die Vergangenheit gelten lassen dürfen:dafür spricht ihre innere Ratio. Seitdem hat sich ununterbrochendie allgemeine Tendenz zur Trennung der einzelnen Berufs-tätigkeiten siegreich durchgesetzt, trotzdem in einzelnen Sphären desWirtschaftslebens, namentlich im Handwerk, eine Gegentendenz sichdeutlich versolgen läßt. Der Rückgang der handwerksmäßigenOrganisation und die damit vielfach verbundene Verringerung desProduktionsumfanges der einzelnen Handwerke hat nämlich inwachsendem Maße die Handwerker veranlaßt, den Aussall anEinnahme durch einen Nebenerwerb zu decken. Während dieeinen versuchen, sich aus einem mit ihrem Produktionsbetriebe ver-bundenen Ladengeschäfte Einnahmen zu verschaffen (man denke andie Buchbinder, Bürstenmacher, Drechsler, Glaser, Hutmacher ,