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Die sozialen Klassen.
gewachsen. Und wenn auch ein immer größerer Teil der äußerlichals Handwerker auftretenden und von der Statistik als solche er-faßten Existenzen dem Handwerkertum nicht mehr zuzurechnen ist, sosind diese absplitternden Elemente überreichlich ersetzt worden durchZuzug aus dem dritten Gebiete handwerkerlichen Daseins: aus derKrämerei. Denn diese ist, wie wir ebenfalls gesehen haben, währenddes verflossenen Jahrhunderts recht eigentlich erst zur Entfaltunggelangt und hat natürlich neben massenhaften proletaroiden undbourgeoisoiden Existenzen auch großen Massen echter Handwerker-seelen zum Leben verholfen. Also, daß man fast sagen möchte:den Kern der Handwerkerklasse bilden heute die handwerksmäßigenKrämer.
Das Zahlenbild, das wir auf Grund der Berufszählnng von1895 von der heutigen Zusammensetzung der Handwerkerklasseempfangen, ist folgendes:
1. landwirtschaftliche Handwerker: selbständige Bauern
mit einer Wirtschaftsfläche von 2 bis 100 1^ . 1 995 212deren Angehörige........... 6 920 028
2. gewerbliche Handwerker: selbständige Gewerbe-treibende für eigene Rechnung in Betrieben mit
2 bis 5 Personen........... 586014
deren Angehörige...........1715 129
l>) selbständige Gewerbetreibende für fremde Rech-nung in Betrieben mit 2 bis 5 Personen (viel-leicht proletaroid?)......... 50 038
deren Angehörige........... 140 522
3. kommerzielle uud transportierende Handwerker:selbständige Krümer, Wirte, Fuhrleute usw. in Be-trieben mit 2 bis 5 Personen....... 314 836
deren Angehörige........... 817 699
Insgesamt Handwerkerklasse, „Kleinbürgertum" 12 539 478Ich äußerte vorhin die Meinung, daß die Handwerkerklasse,wenn wir sie in dem oben umschriebenen Sinne als Klasse der„Selbständigen" fassen, in Deutschland während des neunzehntenJahrhunderts wohl kaum an Umfang eingebüßt habe. Ziffer-mäßig dies zu erweisen, ist allerdings fast ein Ding der Un-