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allgemeinen Erörterung der Lage der „arbeitenden Klassen"gab, was bewirkte, daß nicht mir die Arbeiter selber, son-dern auch die Vertreter der Politik, dic Vertreter derWissenschaft in wachsendem Umfang die Existenz einerArbeiterfrage anerkannten, einer Arbeiterfrage, die wir nungenauer dahin präzisieren können, daß wir sie bezeichnenals den Inbegriff aller Probleme, die sich aus der Lageder arbeitenden Klassen in der modernen Gesellschaft ins-besondere für Verwaltung und Gesetzgebung ergaben. TieArbeiterfrage ist also die Frage: welche Mittel gibt es undwie sind sie anzuwenden, um dem Proletariat zu einermenschenwürdigen Existenz zu verhelfen? Tie Frage andersgefaßt: wie ist Gesellschaft möglich, wenn der Kapitalismus das herrschende Wirtschaftssystem ist?
II. Kapitel.
Die Lösungsversuche.
Tcn Problemen gegenüber, die ich auf den vorher-gehenden Blättern skizziert habe, hat man verschiedeneStandpunkte eingenommen, aus die iu ihuen aufgeworfenenFragen verschiedene Antworten erteilt. Wir können zunächsteine Reihe von Anffassnngcn der sozialen Frage einheitlichzusammenfassen unter dem Gesichtspunkt der Utopie.
1. Als erste soziale Utopie begegnet uns die liberale.Tcr Liberalismus, den man in seiner dogmatischen Ver-knöcherung, soweit er Wirtschaftspolitik ist, auch als Man-chestertum bezeichnet, hat seit seinem Bestehen unterschiedlicheStellungen gegenüber der Arbeiterfrage eingenommen. Die-jenigen Theoretiker und Praktiker des ökonomischen Libera-lismus, die iu seinen Anfängen dic Grundsätze seiner Wirt-schaftspolitik zeichneten, die gleichsam die reine Lehre dar-zustellen bemüht waren, leugneten überhaupt die Existenz