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einer besonderen Arbeiterfrage, und diese Auffassung istzweifellos diejenige, die dem innersten Wesen der libera-listischen Gesellschafts- und Wirtschaftsphilosophie am ehestenentspricht. Tiese Philosophie, Ivie sie von den großenTheoretikern Frankreichs und Englands im 18. Jahr-hundert ausgebildet war, geht aus von der Annahme einessogenannten orclrs imturel, einer natürlichen Ordnung derTiuge, der ebenso die Vorgänge der Gesellschaft, wie dieVorgänge im Weltenraum unterworfen sind. Entsprechendder optimistischen Melaphhsik jener Zeit war man keinenAugenblick darüber im Zweifel, das; die natürliche Ordnungder Tinge auch zur Harmonie, auch zum Wohle jedes ein-zelnen Teiles führen müsse, der von ihr betroffen wurde.Tenn sie war ja vou Gott geseht und Gott war gut. Wases also galt, war nach jener Auffassung nur die Entdeckungder natürlichen Ordnung der Tinge, die Auffindung derGesetze, welche das gesellschaftliche Leben beherrschten. TieseEntdeckung, so nahm man an, haben dann die Tenker oes18. Jahrhunderts vollbracht. Sie hatten nämlich, so glaubtemau, in dem vollständigen freien Spiel der wirtschaftlichenfräste, in der unbeschränkten Betätigung der individuellenInteressen, das Grundgesetz der Gesellschaft aufgedeckt. Taman au der Richtigkeit dieser Einsicht nicht zweifelte (daßdie Persönlichen Interessen mannigfaltiger Art den Glaubenan die Richtigkeit jener Sätze für viele oder die meisten er-leichterte, mag nebenbei bemerkt werden), so mußte mauauch den gesellschaftlichen Zustand, mußte man insbesondereauch die Lage der arbeitenden Klassen, wie sie sich beieinein vollstäiidigeli Getvährenlassen der individuellen Inter-essen ergab, als eiueu vollkommene», nicht mehr ver-besserungswürdigen, betrachten. Worauf es ankam, waralso im wesentlichen mir, die Zustände in den englischenFabrikdistrikten in rosigem Lichte zu sehe» nud iu ihrer