Die konservativ-reaktionäre Utopie.
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kapitalistische Entwicklung als eine nicht mehr aus der Weltzu schaffende Tatsache hinnehmen. Ta ist eine Auffassungdenn weit verbreitet gewesen, die sich etwa wie folgt charak-terisieren läßt:
Man erkennt die Schäden und Übelstände, die derKapitalismus, insbesondere die moderne Industrie für denArbeiter im Gefolge gehabt hat, rücksichtslos an: manglaubt auch an die Möglichkeit, daß sie beseitigt werdenkönnten. Man strebt nun die Beseitigung jeuer anerkanntenÜbelstände an durch Auweuduug von Prinzipien, die früherenWirtschaftscpochcn angehörten. Mau ist bestrebt, die mo-derne Industrie gleichsam zu seudalisieren, das Ideal istein aufgeklärtes Uwernehmertum, zu dein die Arbeiterschafttu ein den früheren Vasallen analoges Verhältnis tritt.Ter Unternehmer soll nicht rücksichtsloser Geschäftsmannsein, der seine Arbeiter lediglich als Ware betrachtet undnur so viel als möglich von ihnen heransznschlagen bemühtist, er soll vielmehr das Arbeitsverhältnis ethisieren, er soll imArbeiter den Menschen sehen und soll zwischen sich und deinArbeiter auch menschliche Beziehungen herstellen. Er soll,wie eS ThomaS Carlyle , der genialste Vertreter derreaktionären Utopie, ausgedrückt hat, ein os-prain ok incllistrvwerden, eiu Anführer, der kraft seiner Persönlichen Über-legenheit die Massen organisiert und lenkt. Ist so daSLohnarbeiterverhältnis grundsätzlich seines rein geschäftlichenEharakterS beraubt uud auf eiuc ethische Basis gestelltworden, so folgt daraus vou selbst, daß der Unternehmernach Kräften aus eigener Initiative die Arbeitsbedingungenfür den Arbeiter zu verbessern bestrebt seiu wird: daß er tu jederHinsicht für das geistige und leibliche Wohl seines Arbeiterszu sorgen sich bemüht. Er wird zu diesem Behufe aus deuÜberschüssen seiner Unternehmung allerhand Wohlfahrts-einrichtungen schaffe», Schlaf- und Wohnhäuser, Speise-