^'
Die Lösnngsvcrjnche.
gesellschaftlichen Zustände in Tausenden von Fällen herbei-geführt haben.
2. Tie Zwillingsschwester der liberalen Utopie ist diesozialistische. Sie hat denselben Ausgangspunkt wiejene. Auch sie beruht ihrem Wesen nach auf dem Glaubenan einen orclrs imwrsl, an eine natürliche nnd harmonischeGesellschaftswelt, mir daß sie von der liberalen Auffassungdarin abweicht, daß sie diese natürliche Ordnung noch nichtin dem freien Gewährcnlassen der individuellen Interessenerblickt. Taß sie vielmehr gerade in dieser Orbnnng derTinge, wie sie durch die liberale» Reformen des 18. Jahr-hunderts geschaffen waren, eine Quelle des Elends glaubteerkennen zu sollen. Tie Sozialisten unterscheiden sich alsovon den Liberalisten im wesentlichen dadurch, daß sie dienatürliche Ordnung der Dinge aus der Gegenwart in dieZukunft verlegen, und daß sie als den Inhalt der natür-lichen Ordnung der Tinge eine planmäßige Organisationder Arbeit erkannt zu haben glnnben. Somit identifiziertsich denn auch für sie die Lösung der Arbeiterfrage miteiner Verwirklichung des gesellschaftlichen Jdealzustandes,der alle Interessen zu völliger Harmonie vereinigen wird.
Utopistisch ist diese Ansfassnng ebenso, wie die liberalistischedeshalb, weil sie am letzten Ende nicht in einer Erkenntnisder realen Welt, in einer richtigen Wertung der Wirklichkeit,sondern in einem Glauben au die Möglichkeit einer voll-kommenen Harmonie verankert ist, dem gegenüber selbst-verständlich die Stimme der wissenschaftlichen Erkenntnisund der Praktischen Erwägungen znm Schweigen verurteilt ist.
3. Einen vermittelnden Standpnnkt nimmt diejenigeUtopie ein, die ich als konservativ-reaktionäre be-zeichnen möchte. Ich denke dabei nicht an jene Bestrebungen,die die moderne Industrie vollständig zn beseitiget: sich vor-genommen hat; vielmehr nur an diejenigen, die die