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Die gewerbliche Arbeiterfrage / Werner Sombart
Entstehung
Seite
72
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< 2 Die Konsnmciüeiiorganisationen.

fparkasse^ das Mitglied verfügt am Jahresschlüsse übereine Barsumme, die er nun zu größeren Anschaffungen nsw.verwerten kaun. So wurden deu 121 000 Mitgliedern desVerbandes sächsischer Konsumvereine im Geschäftsjahr1901/1-102 ruud 3^ Millioueu Mk. am Schluß desJahres zurückvergütet, das sind 29,50 Mk. jedem.

3. Da alle Konsumvereine fest an dem Grundsatz derBarzahlung halten, so bedeutet die Mitgliedschaft im Konsum-verein die Abkehr vou der verderblichen Borgwirt-schaft, die arme Familien so leicht iu Abhängigkeit vomKrämer bringt, und die schließlich zu einer völligen finan-ziellen Desorganisation der einzelnen Wirtschaft führen muß.

Es ist richtig beobachtet worden, daß die solcherweisednrch die Konsnmvereiue herbeigeführte Steigerung derKaufkraft des Lohueinkommeus, die Erziehung zu rationellerAusgabewirtschaft und geordneter Haushaltführuug nichtallein dem einzelnen Arbeiterhaushalt, sondern auch denArbeitern als Gesamtheit zu gute kommt, daß deshalb dieKonsumvereine geradezu als Vorbedingung für eine erfolg-reiche Erfüllung insbesondere der gewerkschaftlichen Auf-gaben angesehen werden müssen. In Großbritannien hatdiese Erkenntnis bereits zu eiuer eugen Allianz zwischenGewerkvcreinen uud Konsumvereinen geführt. Konsum-genossenschaft nnd Gewerkschaft arbeiten sich dort, wo siekönnen, in die Hände. In den übrigen Ländern, insbesonderemich in Teutschland, finden sich erst Ansätze zu dieser Auf-fassung von der gleichwertigen Bedeutung beider Bestrebungenfür die Hebung der Arbeiterklasse, deren Entfaltung bei unsabermals gehindert wird dnrch die Verquickung der Politikmit den rein ökonomischen Selbsthilfcmaßuahmcn der Ar-beiter. Toch befindet sich zweifellos auch TeutschlandsArbeiterschaft auf derselben Bahn, ans der die englische zuso großen Erfolgen vorangeschritten ist. Es darf dies ans