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Die gewerbliche Arbeiterfrage / Werner Sombart
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118 Das Problem der Arbeitsloscnfürsorge.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber das gleiche Zutrauen iu dieInstitution besitzen. Er muß in den Händen von Beamtenliegen, denen aber ein Beirat, der aus Unternehmern undArbeitern gleichmäßig zusammengesetzt ist, zugesellt werdenkann. Der Arbeitsnachweis muß sast oder gauz unent-geltlich erfolgen.

III. Maßregeln zur Beseitigung der objektiven Arbeits-losigkeit oder ihrer nachteilige» Folgen.

Tas Ideal ei»es wohlorganisicrten Arbeitsnachweiseswäre dann verwirklicht, wenn regelmäßig alle Stellen mitArbeitern besetzt würden, die offen sind. Mehr kann natür-lich ein Arbeitsnachweis nicht leisten, und wenn nach Besetzungaller offenen Stellen ein Überschuß arbeitsloser Arbeiterverbleibt, so ist diesen gegenüber der beste Arbeitsnachweismachtlos. Es liegt dann dasjenige vor, was wir objektiveArbeitslosigkeit nennen, und es fragt sich, welche Auf-gaben dieser gegenüber sich die moderne Sozialpolitik stellt.

Als leitender Gesichtspunkt für ciue Arbeitslosenpolitikwird zu gelten haben, daß man nach Kräften sich bemüht,den Eintritt der Arbeitslosigkeit zn verhindern. Man kanndies dadurch tuu, daß mau Arbeiten, die nicht dringendnotwendig sind, nicht in den Zeiten der Hochkonjunktur,sondern dann ausführen läßt, wenn die Hochkonjunktureinem Zustand des wirtschaftlichen Niederganges zu weichenbeginnt. Zu einer solchen planmäßigen Verteilung ihrerAufträge werde» allerdings im wesentlichen nur die öffent-lichen Körper fähig sein, denen nun aber auch mit be-sonderem Ernste die Pflicht einzuprägen ist, in dem bezeich-neten Sinne zu Verfahren. Es könnte sicherlich ein großerTeil der jetzigen Arbeitslosigkeit in Krisenzeiten beseitigtwerden, wenn nicht Staaten und Städte in zum Teil un-