Der Arbeitsnachweis,
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Umstand, daß er dank seiner Einseitigkeit niemals imstandesein wird, das Vertranen der beiden Seiten, der Unter-nehmer und der Arbeiter, in gleichem Maße zu gewinnen.Und doch ist es dieses rückhaltlose Vertrauen, welches alleineinen Arbeitsnachweis lebensfähig macht, Tie Erkenntnisder Mängel, die allen bisher betrachteten Formen derArbeitsvermittlung anhaften, führen zu der Einsicht, daßdie vollkommenste Art, den Arbeitsmnrkt zu organisieren,diejenige Form, der zweifellos auch die Zukunft gehört
6. der öffentliche Arbeitsnachweis ist, Anch dieöffentlichen Arbeitsämter befinden sich heute erst in denAnfängen ihrer Entwicklung. Ju Teutschland ist der öffent-liche Arbeitsnachweis an etwa 130 bis 140 Stellen orga-nisiert, von denen ein größerer Teil aber offenbar nnr aufdem Papiere steht. Zu welcher Bedeutung er jedoch zugelaugeu vermag, wenn er richtig organisiert ist, zeigenStädte, wie München , wo seit dem Jahre 1896 die Zahlder besetzten Stellen von 25000 auf 4S000 im Jahre1901 stieg. Soll, was zu wünschen ist, der öffentlicheArbeitsnachweis allerorts sich in Zukunft rasch entfalten, sosind im wesentlichen folgende Gesichtspunkte bei seinerOrganisation in Rücksicht zu ziehein
Er muß als ein Zweig der kommunalen Verwaltungorganisiert werden, denn die Stadtgemeinde ist es, die so-wohl am meisten an einer glücklichen Gestaltung des Arbeits-marktes interessiert, als auch am ehesten für die Organisationgnalisiziert ist. Neben dem öffentlichen Arbeitsnachweisekönnen andere Arbeitsnachweise weiter bestehen, doch müssensie dem kommunalen Arbeitsnachweis angegliedert seiniSämtliche bestehende Arbeitsnachweise müssen zentralisiertwerden, erst au einer Stelle in der Stadt, dann der Pro-vinz und endlich reichsmäßig. Tie Handhabung desArbeitsimchweises muß eine streng paritätische sein, so daß