116 Das Problem der Arbcitslosenfürsorge,
3. Die private Stellenvermittlung. Sie spieltfür einzelne Erwerbszweige, wie Kellner, Dienstboten,Schiffspersonal nsw. eine große Rolle. Für die gewerb-lichen Arbeiter kommt sie weniger in Betracht. Ihrschwächster Punkt ist ebenfalls die Teuerkeit, die für diemeisten Arbeiterkatcgorieu ihre Benutzung unmöglich macht.
Die nun folgenden Formen der Arbeitsvermittlung habendas Gemeinsame, daß sie auf einer Organisation des Ar-beitsnachweises beruhen, ohne doch Gegenstand einesPrivaten Erwerbsuntcruchmcns zu seiu. Hier komineu iuBetracht:
4. Die chari'tativen Arbeitsnachweise, d. h. Ar-beitsnachweise errichtet von gemeinnützigen und wohltätigenGesellschaften und Vereinen. Ihre Wirksamkeit ist, wie es' inder Sache liegt, immer auf eiu verhältnismäßig kleines Gebietdes gesamten Arbcitsmarktcs beschränkt. Insbesonderewerden die normalen Stellcnbenutzunacn, namentlich quali-fizierter Arbeiter kaum je in den Bereich jener Wohltätig-keitsanstaltcn sich ziehen lassen wollen.
5. Der Interessenten-Arbeitsnachweis. Erfindetsich organisiert bei den Innungen, in einzelnen Berufs-zwcigen seitens der Unternehmer und endlich in vielenGewerkschaften seitens der Arbeiter. Am beträchtlichstenist von den Arbeitsnachweisorganisationen der Interessentenderjenige der Arbeiter, der in Deutschland für etwa einehalbe Million Arbeiter die normale Form der Stellenver-mittlung bildet. Die Geringfügigkeit dieser Ziffer angesichtseiner Gcsamtarbeiterschaft von annähernd Zvfachem Um-fange zeigt schon zur Genüge, daß auch der Interessenten-Arbeitsnachweis einstweilen mir sehr unvollkommen dasProblem der Organisation des Arbcitsmarktes lost. Wasaber dagegen spricht, ihn etwa als die zukünftige regel-mäßige Form des Arbeitsnachweises zu betrachte», ist der