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1 (1904)
Entstehung
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Die EutwickelungSphascn d. gewerbl. Technik im allgcm. 7

unserem Bedarf zu dienen. Von den Erzen und der Uohlcan bis zu den modernen Farbmitteln und Nahrungs-surrogaten zieht sich die unabsehbare Reihe neu entdeckterund unseren Zwecken nutzbar gemachter Bestandteile deräußeren Natur, lind sogar die Kräfte in der Natur, diewir in unseren Dienst zwingen, mehren sich noch immer.Zn Wind und Wasser und Tampf ist nun in unserer Zeitdie Elektrizität getreten. Vorgänge in der Natur selbstaber haben wir uns zu nutze gemacht, seit wir mit demFeuer kochen und schmelzen, seit wir waschen und färbenlernten, bis zu den sich heute überstürzenden chemischenBerfahrnngsweiscn, deren sich unsere Industrie in ewigwechselndem Zusammenhange zn bedienen versteht.

Und auch das wird sich feststellen lassen: daß die Be-herrschung der Kräfte und Prozesse in der Natur eine immersicherere wird. Anfangs müssen wir uns begnügen, wenn wirmit benutzen können, was sich ohne unser Zutuu in der Na-tur abspielt: wir segeln mit dem Winde, wie er sich erhebt,uud lassen von dem Bache unsere Mühlen treiben, wie starkoder schwach er fließt. Später lernen wir die natürlichenVorgänge lenken, beeinflussen, daß sie rascher oder lang-samer, stärker oder schwächer in ihren Wirkungen sich ab-spielen. Endlich vermögen wir den Prozeß, die Kraftselbsttätig zu erzeugen, die uns dienen sollen.

Zu dem Keimen muß sich das Können gesellen: nebendie Nutzung der Naturkräfte muß die Bctätigung der eigenenKräfte treten. In dem Maße, wie wir den Geheimnissender Natur nachgehen,in ihre tiefe Brust, wie in den Buseneines Freundes schauen" lernen, muß sich unsere Fähigkeitentwickeln, gestaltend auf sie einzuwirken mit unserer eigenenHände Arbeit: mnß sich das zu höheren Formen entfalten,was man etwa die Arbcitskunst zu nennen versuchtmäre.