Die Entwickcluugsphascn d. gcwcrbl. Technik im allgem. 1V
stetig steigende Veränderung der Dinge einem Fließen ver-glich nnd sie in den Spruch zusammendrängte .Alles fließt',so können wir die zahllosen Bcwcgungscrscheinungen in deinwunderbaren Erzcuguisse des Menschenverstandes, welcheswir Maschine nennen, zusammenfassen in das eine Wort:,Alles rollt^". Aber diese Worte Rcnleaux' eröffnen in eineranderen Richtung unserer Betrachtung eine neue Perspektive:in ihnen wird das Notationsprinzip — nnd mit Rechtvor allem für ein Gebilde, eine Form des Arbeitsmittelsin Anspruch genommen, „welches wir Maschine nennen".Unser Interesse wird nunmehr durch die Frage in Anspruchgenommen: welches ist das in der Maschine überhaupt zumAusdruck kommende Prinzip? ist die Maschine etwas Wesens-anderes als das Werkzeug? bezugsweise worin unterscheidetsich eine Maschine von einem Werkzeug? Eiue Maschineist ein Arbeitsmittel oder ein Komplex von solchen, welchesderart eingerichtet ist, daß es eine Arbeit, die sonst derMensch verrichten müßte, an Stelle des Menschen ansführt,ein Arbeitsmittel also, welches nicht — womit wir dieMaschine scharf gegen das Werkzeug abgrenzen — mensch-liche Arbeit unterstützt, sondern menschliche Arbeit ersetzt.
Man hat häusig uusere Zeit als Maschinenzeitalter „sogeschmeichelt, wie verflucht". Dachte man dabei daran, einebesonders rasche Entwicklung der Maschinerie als unsererZeit charakteristisch hinzustellen, so läßt sich dagegen nichtseinwenden. Zuweilen begegnet man aber sogar in wissen-schaftlichen Auslassungen auch heute noch der Vorstellung:als ob um die Wende des XVIII. Jahrhunderts die Ma-schine überhaupt erst iu die Erscheinung getreten und dieJahrhunderte vorher eine maschinenlose Zeit gewesen seien.Diese Annahme ist ganz und gar verkehrt. Die Maschineist fast so alt, möchte man sagen, wie das Werkzeug; sie be-gleitet den Menschen auf allen Etappen der Kultur nnd