Druckschrift 
1 (1904)
Entstehung
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Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

Kann man in diesem Falle sagen, daß die mechanischeTechnik den Arbeitsprozeß von der qualitativen Beschränkt-heit alles Organischen emanzipiert, so beobachten wir inandern Fällen, wie es die von der organischen Natur indem körperlichen Ansmaß ihrer Individualitäten gezogenenSchranken der quantitativen Leistung siud, die die moderneTechnik durchbricht. Dariu liegt doch wohl die prinzipielleBedeutung der Verwendung mechanischer Kräfte, daß sieeine beliebige Häufung von Energie und deren unbehinderteKonzentration anfeinen Punkt zulasse», während der mensch-liche nnd tierische Organismus nur immer über eine be-schränkte Menge von Kraft verfügt, die sich auch schwerdurch ein Zusammenwirken mehrerer Organismen vergrößernläßt. Es ist selbstverständlich, daß erst die Arbeitsver-richtnng selbst einer (Arbeits-) Maschine übertragen sein muß,ehe eine so hohe Kraftentfaltung, wie sie beispielsweise inder Spanuung des Wasserdampfes erzielt werden kann,eine praktische Wirkung finden kaun: erst mußte die Spinn-maschine den Spinnprozcß vou den menschlichen Organenans ein System toter Körper übertragen haben, ehe eineKraft Nutzen bringen konnte, die dreitausend Spindeln an-zutreiben vermag. Worin die spezifisch befreiende Wirkungdes Dampfes als treibender Kraft verglichen mit Windund Wasser sich äußert, wurde bereits ausgeführt.

Des wcitereu aber ist es eine großartige Emanzipationvon Ranm und Zeit, die ein Verzicht ans die Mitwirkung or-ganisierter Materie im Gesolge hat. Vom Ranm, den allerPflanzenwuchs beansprucht und der nun entbehrlich wird,wenn aus mineralischen oder sonstigen anorganischen StoffenGebrauchsgüter hergestellt werden, die denselben Dienstverrichten wie ehedem das Holz, das im Walde sich aus-breitete, oder das Tier, das zu seiner Fütterung ein StückErdoberfläche bednrfte. Man kann etwa folgende Rechnung