Die Organisation der gewerbl. Arbeit in den Betrieben. 33
schied in der Anwendung desselben Prinzips, wenn 'in dermodernen Konfektion eine Arbeiterin ihr ganzes Leben nurHornknöpfe an Männerwesten annäht. Es bleibt sich ebensogleich, ob die Teilverrichtnng, die ein Arbeiter dauernd vor-nimmt, durch horizontale oder vertikale Spaltung des vorhervereinigt gedachten Gesamtarbeitsprozesses entsteht - ob zwischenSchlosserei und Schmiederei oder zwischen Gerberei undSchuhmacherei die Trennung sich vollzieht. Es ist aberendlich für den Begriff der Spezialisation, die, worauf noch-mals nachdrücklich hingewiesen werden mag, kein Arbeits-verfahren, sondern ein Organisatiousprinzip ist, d. h. erstentsteht auf der Basis einer bestimmten Betriebsanordnung,gleichgültig, ob die Spezialisation zwischen Betrieben oderinnerhalb eines Betriebes erfolgt. Im ersteren Falle ent-steht das, was wir Spczialbetriebe nennen, unter denen esnun abermals eine außerordentlich mannigfache Gradabslu-fnng gibt, innerhalb deren aber keinerlei feste Grenze füreine spezifische Unterscheidung gezogen werden kann. DieSchmiederei als Ganzes ist ein Spczialbetrieb, verglichenmit der ehemals sie mit umfassenden hausgewerblichen Pro-duktion; die Schmiederei ist ein spezialisierter Betrieb, nach-dem sich die Schlosserei von ihr geschieden hat; die Werk-zengschmiederei ist innerhalb der so spezialisierten Schmiedcreiwiederum ein Spezialbetrieb, die Sensenschmiederei inner-halb der Werkzeugschmicderei usf.
Damit das Prinzip der Spezialisation innerhalb einesBetriebes zur Anwendung gelangen könne, d. h. damit ineinem und demselben Betriebe der eine immer dies, derandere immer jenes zu tnu imstande sei, muß nun aberoffenbar eine bestimmte Bedingung in der betreffenden Be-triebsanordnung erfüllt seiu, diejenige nämlich, daß mehrereArbeiter zu gemeinsamem Wirken zusammengegliedert seien,d. h. es muß das zweite Prinzip der Arbeitsorganisation,