Die gesellschaftlichen Großbetriebe.
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wie wir sie also auch nennen können, unterscheiden wir minzwei verschiedene Arten: die Manufaktur nnd die Fabrik.
Unter einer Manufaktur verliehe ich denjenigen ge-sellschaftlichen Großbetrieb, iu dem wesentliche Teile desProduktionsprozesses durch Handarbeit ausgeführt werden.Es gehört also znm Wesen der Manufaktur das Momentder Größe, das Moment der Gesellschaftlichkeit des Be-triebes und das Moment des handarbcitendcn Verfahrensin entscheidenden Partien des Produktionsprozesses. DieManufaktur ist entweder eine Übergangsform zu demjenigengesellschaftlichen Großbetrieb, den ich als Fabrik bezeichneund hat als solche in sehr vielen wichtigen Industrienfunktioniert, die dann später zur Fabrik übergegangen sind.Hierher gehören bedeutsame Zweige der Textilindustrie undans der neueren Zeit etwa der Schnhlvareniudustric, derKonfektion nnd andere. Falsch wäre es jedoch aus dieserTatsache deu Schluß zu ziehcu, daß es eine notwendigeEntwicklung sei, die die gewerblichen Betriebe nacheinanderdie Stufe der Manufaktur nnd später der Fabrik durchlaufenließe. Tas wäre eine doppelt falsche Annahme. Erstensbraucht uämlich ein fabriksmäßiger Betrieb keineswegsimmer vorher eiuc mauufakturmäßigc Organisation gehabtzu haben, sehr viele mechanische nnd die meisten chemischenFabriken sind hierfür als Belege anzuführen. Zweitensaber ist es nicht richtig, daß die Manufaktur gegenüber derFabrik stets eine unvollkommene Entwicklungsstufe dar-stelle. Beide Betriebsformen können vielmehr durchausgleichwertig nebeneinander bestehen, so daß also die Ent-wicklung zwei Höhcnpunkte haben kamn Fabrik undManufaktur, deun als Endpunkt einer Entwicklung derBctriebsgestaltung erscheint die Manufaktur dort, wo in denFormen eiues gesellschaftlichen Betriebes Ranm für dieschöpferische Individualität des eiuzelncn Arbeiters bleiben