Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.
tion keineswegs notwendig eine handlvcrksmäßige Organi-sation des Gewerbes involvicrt. Freilich, damit Handwerkbestellen könne, trotzdem die Produktion für den großenMarkt erfolgt, sind bestimmte objektive Bedingungen erforder-lich, die aber überhaupt erfüllt sein müssen, damit Handwerkmöglich sei. Ich gebe sie im folgenden an:
4. Die Existenzbedingungen des Handwerks.
Das Wesen der handwerksmäßigen Organisation beruhtauf der Voranssetzung, daß der Handwerker als technischerArbeiter jahrans jahrein in Frieden seine Stiefel machen kannund sicher ist, bei dieser beschaulichen Tätigkeit seinen Lebens-unterhalt zu erwerben, d. h. in die nationalökonomischeTerminologie übersetzt: Voranssetzung handwerksmäßigerOrganisation ist die Sicherheit und Ständigkcit des Prodnktcn-absatzeS: mit andern Worten: es muß, damit Handwerkmöglich sei, Angebot und Nachfrage nach gewerblichen Er-zeugnissen sich stets im Gleichgewicht befinden, oder aber esmuß ein Mißverhältnis zwischen Angebot nnd Nachfrage inder Weise bestehen, daß die Nachfrage stets dem Angebotum eiire Nasenlänge voranfeilt. In diesem Falle kann derHandwerker sicher sein, daß er seine Erzeugnisse nicht nuran den Mann bezw. an die Frau bringt, sondern daß eranch den üblichen, für ihn lohnenden Preis als Entgelt dafürerhält. Damit aber ein solcher, dem Handwerker günstigerZnstand des Marktes existiert, müssen folgende Voraus-setzungen zutreffen:
a) Es müssen verhältnismäßig wenig gewerblicheProduzenten vorhanden sein, d. h. es muß gleichsam einMangel an Handwerkern herrschen. Das ist aber der Fall,wenn «) die Zuwachsrate der Bevölkerung überhaupt niedrigist, d. h. also die Bevölkerung sich langsam oder gar nichtvermehrt; s?) wenn insbesondere die Rate der agrarischen