Druckschrift 
1 (1904)
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

Die handwerksmäßige Organisativu. 49

lingen, daß keiner der Mitwirkenden als um des andernwillen wirkend gedacht werden darf, sondern daß sämtlichePersonenkategoricn, also anch die Hilfspersonen Geselleund Lehrling als Selbstzweck erscheinen, oder was das-selbe ist, als Organ im Dienste eines gemeinsamen Ganzen.Der Lehrling ist angehender Geselle, der Geselle zukünftigerMeister, der Meister ehemaliger Geselle, der Geselle ehe-maliger Lehrling.

3. Die Arten des Handwerks.Wir können folgende Arten des Handwerks unterscheiden:

a) Lohnhandwerker uud Preis- oder Kaufhand-werker. Der Unterschied dieser beiden Formen des Hand-werks besteht darin, daß im ersten Falle der Konsument, imandern der Produzent den Rohstoff liefert.

b) Wanderhandwerkcr nnd seßhafter Hand-werker, je nachdem das Handwerk im Umherziehen oderdauernd an einer und derselben Stelle betrieben wird. DieWanderhandwerker, wenn sie gleichzeitig Lohnhandwcrkersind, werden auch Störer genannt.

e) Handwerker, die ans Bestellung, und solche, dieauf Vorrat arbeiten.

ä) Handwerker, die für denLokalbedarf ihres Torfesoder ihrer Stadt nnd solche, die für den großen Marktproduzieren. Mit dieser zuletzt gemachten Unterscheidungtrete ich mit der herrschenden Auffassung iu Widerspruch,wonach es zum Begriff des Handwerks gehört, daß die Pro-duktion für den lokalen Markt erfolge, sogenannte Kunden-produktion sei. Ich habe in meinemKapitalismus "quellenmäßig nachgewiesen, daß Handwerk sehr wohlauch in reiner Form möglich sei, ohne daß eine Kunden-prodnktion vorliegt, während andrerseits eine Knndcnproduk-

Sombcirt, Gcwcrbcwescn I. 4