Druckschrift 
1 (1904)
Entstehung
Seite
48
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48 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

Organisation auch in der Form des Großbetriebs gelegent-lich vorgekommen.

Was wiederum ein dem Handwerk spezifischer Zng ist,ist die Art und Weise, wie die in den verschiedenen Betriebs-formen zn einheitlichem Wirken zusammengefaßten Personenrechtlich und ökonomisch zueinander in ein Verhältnis ge-bracht werden, ist dasjenige, was man die innere Gliederungdes Handwerks nennen kann. Denn ihre Eigenart folgtaus dem obersten Prinzipe handwerksmäßiger Organisation,wie es in der Zwecksetzung ihrer Träger zum Ausdruck ge-langt.

Tas Verhältnis des Leiters handwerksmäßiger Pro-duktion desMeisters" zu seinen Hilfspersonenden Gesellen, Knechten, Knappen, Knaben, Dienern, Helfern,Gehilfen, nnd wie die Bezeichnungen sonst noch lauten mögen,sowie den Lehrlingen und dieser zu ihm, wird man nurdann richtig verstehen, wenn man sich den familienhaftenCharakter vergegenwärtigt, den alles Handwerk ursprunglichträgt: die Familicngemeinschaft ist der älteste Träger dieserWirtschaftsform, und sie bleibt es auch dann noch, als schonfremde Personen zur Mitwirkung herangezogen werden.Geselle und Lehrling treten in den Familienverband ein mitihrer ganzen Persönlichkeit nnd werden von ihm umschlossen,zunächst in der gesamten Betätignng ihres Daseins. DieFamilie samt Gesellen und Lehrlingen ist Produktions- undHaushalwugseinheit. Alle ihre Glieder sind Schutzaugehörigcdes Meisters, sie bilden mit ihm ein organisches Ganze,ebenso wie es die Kinder mit ihren Eltern tun. Wie nunaber gar nie die Vorstellung aufkommen kaun, daß dieEltern der Kinder, oder die Kinder der Eltern wegen daseien, ebenso wie es töricht wäre, zu denken, daß das Herzum des Kopfes oder dieser um jenes willen da sei, so folgtauch für das Verhältnis von Meister zu Gesellen und Lehr-