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1 (1904)
Entstehung
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Die handwerksmäßige Organisation.

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Arbeit also mnß er seinen Zielen zuzustreben suchen. Wasseiner Hände Geschicklichkeit zu leisten, was seiner ArmeSpannweite zu umschließen vermag, das ist die Sphäreseines Wirkens, das also als ein nnmittelbarer Ausfluß seinerPersönlichkeit erscheint. In diesem Sinne hat man dasHandwerk" sehr treffend bezeichnet als den Ausdruck einerzum Lebensbcrnf ausgeprägten bestimmten Tätigkeit desIndividuums, die sich sozusagen soweit ausdehnt, als dieKraft der einzelnen Hand zu herrschen und zu schaffen ver-mag. Dieser Idee der Arbeit als einer Betätignng derGesamtpersönlichkeit entspricht die dem Handwerk eigen-tümliche Berufsgliederung. Tiefe ist nämlich eine solche,daß die Individualität eines Menschen seine Kräfte übereinen gewissen Kreis von Tätigkeiten erstrecken kann undsoll, die durch ein geistiges Band, durch die Idee einesGanzen zusammengehalten werden; daß eine Ausweitungdieses Kreises seine Kräfte zersplittern mnß, während an-derseits, wenn diese Kräfte in zn engem Kreise oder wohlgar nur in einer Richtung hin betätigt werden, der Arbeiterin die Stumpfheit des rein mechanischen Betriebes versinkt.Was gleichsam die qualitative Abgrenzung der einzelnenHandwerke charakterisiert, während die quantitative Zuteilungdes Wirkungskreises deutlichst nnten dem Einflnß des Leit-satzes von derNahrung" stets gestanden hat. Nach beidenRichtungen hin das wollen wir festhalten sind alsofür die Abgrenzung der einzelnen Handwerke subjektive, inder Persönlichkeit des Handwerkers begründete Momentemaßgebend gewesen.

Die der handwerksmäßigen Organisation der Produktionam innerlichsten entsprechende Form der Betriebsgcstallungist der Jndividualbctrieb in allen seinen Modalitäten; alsAlleinbetricb, Familienbetrieb, Gchilfenbctrieb, also der so-genannte Kleinbetrieb. Jedoch ist eine handwerksmäßige