46 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.
als spekulative Begabung, sich in einigen überdurch-schnittlichen Persönlichkeiten absondert, umfaßt sein persön-liches Vermögen.
Mir scheint, als ob es zwei Punkte bor allem seien, aufdie das Streben des Handwerkers hauptsächlich gerichtet ist:ein standesgemäßes Auskommen und Selbständigkeit. Einstandesgemäßes Auskommen strebt er an, nicht weniger,aber vor allem auch nicht mehr. Seine gewerbliche Arbeitsoll ihm gerade wie dein Banern die materielle Basis fürseine Existenz: seine „Nahrung" verschaffen, das Handwerksoll seinen Mann „nähren". Das ist der Grnndton, derdnrch alle Äußerungen des Handwerks seit seinem Bestehenhindurchklingt. Ursprünglich ist dieses Streben der Ausflußuaiveu Menschentums, erst allmählich wird man sich seinerbewußt, formuliert es theoretisch und macht es zur Basisdes Handwerks, wo man dessen Wesen ausdrücken will.Tort vor allem wird es mit Entschiedenheit betont, wofeindliche Mächte diesen Grundpfeiler handwerksmäßigerExistenz, die „Nahrung" zu erschüttern drohen, also in denKlagen der Handwerker oder dort, wo die feindlichen Mächte,die auf anderem Grunde fußen wollen, von den Ver-teidigern der guten alten Zeit ihres verderblichen Irrtumsüberzeugt werden sollen.
Aber der Handwerker will sein Auskommen haben nnddabei ein freier Mann sein, d. h. als selbständiger Produzentbestehen können. Diese Selbständigkeit ist es erst, die denHandwerker im eigentlichen Sinne, von ebenfalls gewerb-lichen Arbeitern anderen ökonomischen Charakters unter-scheidet.
Um jene Zwecke zn erreichen, die dem Streben desHandwerkers zugrunde liegen, setzt er nnn sein ganzesKönnen ein. Dieses aber ist, wie wir wissen, doch immervorwiegend eine technische Fähigkeit: dnrch eigenhändige