Die kapitalistische Organisation deS Gewerbes. 55
dreht. In der Beziehung auf das allgemeine Warenäquivalent,auf die Verkörperung des Tauschwertes im Gelde wird allerInhalt der Verträge über Lieferung von Waren oder Arbeits-leistungen aller qualitativen Unterschiedlichkeit beraubt undnur noch quantitativ vorgestellt, so daß nun eine Aufrechnungin dem zahlenmäßigen Tebet und Kredit möglich ist. Daßdas Soll und Haben des Hauptbuchs mit einem Saldo zuGunsten des kapitalistischen Unternehmens abschließe: indiesem Effekte liegen alle Erfolge, wie alle Inhalte der inder kapitalistischen Organisation unternommenen Handlungeneingeschlossen.
Daraus ergeben sich nun aber im einzelnen Wesen undArt der Tätigkeit des kapitalistischen Unternehmers (oder seinesRemplac.ant). Diese ist nämlich stets erstens eine disponierend-organisierende. Damit ist gemeint, daß sie im wesentlichengerichtet ist auf die Jnbeziehnngsetznng anderer Personen.Dem Wesen kapitalistischer Organisation völlig fremd istdie höchst persönliche, individuell-isolierte Werkschöpfungdes einsamen Arbeiters. Es ist die Eigenart künst-lerischen oder wissenschaftlichen Vollbringens, daß es dieMenschen flieht.
Und von diesem Hang alles Schöpferischen znr Einsam-keit hat sich der Handwerker noch ein gut Teil bewahrt:am letzte« Ende beruht seiu bestes Vollbringen in der Mit-teilung seiner Persönlichkeit an den toten Stoff. Währendhingegen der kapitalistische Unternehmer in der Einsamkeitnotwendig verkümmern müßte, weil er vom Koinmerzinmlebt. In diesem Angewiesensein auf die unausgesetzte Ver-knüpfung von Menschen untereinander liegt die spezifischgesellschaftbildende Kraft der kapitalistischen Unternehmung.Man kann sie daher auch als Verkehrsnntcruehmuug, dievou ihr beherrschte Wirtschaftsweise füglich als Verkehrs-wirtschnft bezeichne«.