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Vom Menschen : Versuch einer geistwissenschaftlichen Anthropologie / Werner Sombart
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dessen Überschreitung - sie wieder geringer wird. Ich komme darauf inanderem Zusammenhänge noch einmal zu sprechen. Siehe das 26. Kapitel.

II

Die dritte und wichtigste Aufgabe, die eine Ordnung der Menschenkundezu erfüllen hat, ist die Einteilung der Menschen. Da bietet sich alserste Möglichkeit die Einteilung unter dem Gesichtspunkt der Polaritätder Eigenschaften.

Eine solche Anordnung ist nicht sehr übersichtlich, aber nach meinemEmpfinden immer noch die beste, die wir besitzen, weil man damit die wirk-lichen wichtigen Verschiedenheiten der Menschen trifft, die in der gelehrtenSystematik nur allzuleicht verlorengehen. Ich habe bei der Betrachtungder zahlreichen, höchst kunstvollen Unterscheidungsmethoden, die eine fort-geschrittene Wissenschaft heutigen Tages anwendet, oft den Eindruck, alsob die wesentlichen Unterschiede gar nicht mehr beachtet würden. Schließ-lich ist es doch für jemanden selbst und die Welt wichtiger, ob er dumm oderklug, edel oder gemein, schön oder häßlich ist, als ob er ein Leistlings- oderein Darbietungsmensch, ein introvertierter oder ein extravertierter, ein I.-oder ein S.-Typ ist.

Solcher wichtiger Gegensätze teile ich im folgenden ohne alle Ordnung,aufs Geratewohl ein paar mit:

erotisch-sinnlich

frigid

dumm

klug (gescheit)

edel

gemein

rassig

verkötert

schön

häßlich

gesund

kränklich

fromm

unfromm

gütig

bösartig

Jasager

Neinsager

laut

stille

grob

fein

wärmeliebend

kälteliebend

(An diesem Gegensatz [unter anderem] ging bekanntlich die LiebeGoethes und der Frau von Stein in die Brüche. Siehe über dieKlima-Typen. W. H e 11 p a c h, Die geo-physischen Erscheinungen,2. Aufl. 1917. Seite 164 ff.)

frech bescheiden

keck schüchtern

liebenswürdig unliebenswürdig