tellurique dans Revolution et la dissolution des peuples.“ (Diese Uebersetzungwar mir allein zugänglich.)
Die Milieutheorie hatte nun aber im Laufe des 19. Jahrhunderts nach zweiRichtungen hin wesentliche Umgestaltungen, bezugsweise Fortbildungen er-fahren, die wir nunmehr ins Auge fassen müssen.
Die erste Wandlung vollzieht sich unter dem Einfluß der mehr und mehran Bedeutung gewinnenden biologischen Interessen. Während die bisherbesprochene Spielart der Milieutheorie die Verschiedenheit der Menschen,wie wir sahen, durch die physikalisch-chemisch-physiologischen Einwirkun-gen der äußeren Umgebung auf die einzelnen menschlichen Organe erklärte— gebannt von der überragenden Bedeutung, die den exakten Wissen-schaften beigemessen wurde —, machten sich seit dem Anfänge des 19. Jahr-hunderts immer Stimmen bemerkbar, die eine Beeinflussung des menschlichenOrganismus auf dem Umwege durch dessen Lebenstätigkeit annahmen.Man schaltete also gleichsam den totalen Lebensvorgang im Menschen zwi-schen die chemisch-physikalischen Kräfte der äußeren Natur und die Organedes Menschen ein, um deren Veränderung zu erklären, betrachtete den Vor-gang der Beeinflussung vom Lebewesen her und nannte ihn „Anpassung“:Anpassung, das wurde das Zauberwort, das im 19. Jahrhundert das wissen-schaftliche Denken der Psychologen und Soziologen in weitem Umfangebeherrschte: der Organismus paßt sich den äußeren Bedingungen seinesDaseins an, womit die Vorgänge dieser Welt ihre hinreichende Erklärunggefunden zu haben schienen.
Diese biologische Milieutheorie, wie wir sie nennen können,ist, soviel ich sehe, von Lamarck begründet worden. Nach ihm bestehtdie Anpassung, auf die die Umbildung der organischen Formen zurückgeht,darin, daß die beständige langsame Änderung der Außenwelt eine entspre-chende Veränderung in den Formen der Organismen mit sich führt, so daßGebrauch und Nichtgebrauch der Organe über deren Formen entscheiden.Die Außenwelt als Milieu wirkt also, wie ich schon sagte, gleichsam indirekt,sofern sie eine Lebenstätigkeit der Organismen auslöst.
Diese aktivistische Anpassungstheorie Lamarcks wurde dann durcheine mehr passive, zuerst durch GeoffroySt. Hilaire, der eine direkteEinwirkung des monde ambiant auf die Lebensvorgänge annahm, späterdurch die Selektionstheorie Darwins ersetzt: im Kern blieb die Auffassungdieselbe biologische.
Unter dem Einflüsse des Biologismus, der seit der zweiten ,Hälfte des19. Jahrhunderts die Geister ebenso beherrschte wie vorher der Physikalis-mus sie beherrscht hatte, griff nun diese Anpassungstheorie auch auf die