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ohne die französischen Marschkolonnen zu entdecken. Am Abendstand Grouchy bei Gembloux, Sombrefse und Namur . Erst ver-spätet hatte Thielmann sein Verschwinden bemerkt und war nichtmehr gefolgt. Seine Verluste waren nicht gering gewesen; sie be-trugen 2S00 Mann an Toten und Verwundeten.
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Napoleon hatte um 9 Uhr abends das Schlachtfeld verlassenund war am 19. Juni morgens um 5 Uhr in Charleroi . Dortbestieg er mit dem getreuen Bertrand einen Wagen, um nach kurzemHalt in Philippeville abends Laon zu erreichen. Inzwischen erkannteer die ganze Schwere seines Mißgeschicks. Am 21. Juni 4 Uhrfrüh traf er in Paris ein. „Er schien der Ermüdung, demSchmerze zu erliegen, seine Brust war leidend, sein Atem gepreßt."Anfänglich verlangte er noch die Diktatur; dann aber begriff er,daß das Ende feiner zweiten Herrschaft über Frankreich gekommensei. Am Nachmittage des 22. Juni legte er die Krone zugunstenseines Sohnes nieder, den er unter dem Namen Napoleon II. zumKaiser der Franzosen ausrief, ohne daß die Welt darauf geachtethat. Wohl bereute er, die Armee verlassen zu haben. Er gedachte,sich wieder an ihre Spitze zu stellen und der provisorischen Ne-gierung, die sich in der Hauptstadt unter Fouches Vorsitz gebildethatte, als einfacher General zu dienen. Dann aber fügte er sichin die Ablehnung und verließ La Malmaison, wohin er sich be-geben hatte, am 29. Juni, um sich nach Amerika einzuschiffen. Am15. Juli jedoch ergab er sich dem englischen Kommandanten desvor Rochefort liegenden Kriegsschiffes Bellerophon. „Der gefangeneRiese ward von der Erde der Bewachung des Ozeans.übergeben."
Der große Kampf hatte inzwischen noch ein kurzes Nachspielgefunden. Blücher und Wellington verständigten sich nach demSiege über den sofortigen Vormarsch auf Paris , ohne die übrigenHeere abzuwarten, die gegen den Kriegsschauplatz in Bewegungwaren. Am 19. Juni 10 Uhr vormittags erließ Blücher seineBefehle. Das Bundeskorps Kleist wurde angewiesen, in der Rich-tung auf Sedan und Mezieres nachzurücken. Zieten, Bülow undPirch sollten an die Sambre nach Charleroi und westlich davonvorgehen. Die Truppen setzten sich in Bewegung. Pirch richteteseinen Marsch zunächst auf Namur , um seiner ersten Aufgabe gegenGrouchy gerecht zu werden. Er erreichte indessen seinen Zweck