Auch die Begründung des Satzes, daß — wie im Geiste derPhysiokraten J.Büsch, einer der leitenden deutschen Socialökonomendes 18. Jahrhunderts, schreibt — „der Binnenhandel sicherer seials der größeren Schwankungen unterworfene Außenhandel", istalt: wie in der Gegenwart so ist auch früher schon darauf hinge-wiesen worden, daß der Außenhandel bedroht sei 1. durch dieMöglichkeit zeitweisen, 2. durch die Möglichkeit dauerndenRückganges.
1.
Die erstere Möglichkeit ist nicht zu bestreiten.
Dem Außenhandel eines Volkes können zeitweise Störungen,und damit seiner Wirtschaft akute Leiden, erwachsen durch Willens-akte fremder Staaten wie durch alle möglichen anderen, außerhalbseiner Grenzen sich abspielenden Ereignisse, die es nicht zu verhüten,vielleicht nicht einmal vorauszusehen, die Macht hat.
Wenn z. B. Rußland seine Einfuhrzölle erhöht, so mag derExport deutscher Fabrikate geschmälert werden. Es ist denkbar, daßzufolge solcher Maßnahme des Auslandes die Produktion des In-landes eine fatale Verschiebung erfährt, große Kapitalien und zahl-reiche Arbeitskräfte gezwungen werden, sich neue Felder des Erwerbeszu suchen.
Als in den Vereinigten Staaten von Nordamerika der Bürger-krieg ausbrach, ergab sich für England ein böses Manko im Importvon Baumwolle — die sog. eotton-iainins. Striken die Kohlen-arbeiter Englands , so kann in Ländern, welche ihren Kvhlenbedarfhauptsächlich aus England zu decken gewohnt sind, z. B. in Italien ,der Pulsschlag mancher Jndustrieen stocken. Wenn in IndienHungersnot oder Pest wüteu, so jammern die englischen Spinnerund Weber, die Chenmitzer und Greizer Tuchfabrikanten, die
tische Konsequenz ist die gleiche, heute und damals. Wie die Physiokraten, derfranzösische „Bund der Landwirte", die Exportsreiheit für Korn verlangten,dagegen die Jmportfreiheit durch Schutzzölle beschränkt wissen wollten, so jetztder deutsche „Bund der Landwirte" und die Kathederagrarier.„Dies alles ist schon einmal dagewesen". —
Vgl. außer Oldenbergs Schrift z. B. E. v. Halles Aufsatz „Welt-machtpolitik und Socialreform" in der „Socialen Praxis" (1899, S. 556).