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Bijouterie- und Uhrenproduzenteu Württembergs und Badens überdie Minderung ihres Absatzes.
Während ein isoliert wirtschaftendes Volk sich nur zu kümmernbraucht um das, was innerhalb des nationalen Territoriums vorsich geht, so muß, im Zwange der Weltwirtschaft, ein Volk sichsorgen um alles, was auf dem Erdball geschieht — muß daraufgefaßt sein, daß ihm bald von dort, bald von hier, bald aus dieser,bald aus jener Ursache vielleicht nur kurzwährende, immer aber mitVerlusten für Kapitalisten, Unternehmer, Arbeiter, Konsumentenverknüpfte Schwierigkeiten auftauchen.
An dieser Thatsache ist nicht zu zweifeln. Die Gefahr solcherVorkommnisse besteht, besteht überall und immer.^)
Aber das Argument wiegt ziemlich leicht. Denn diesemPassivum auf dem Konto des Außenhandels steht ein überwiegendesAktivum gegenüber.
Um vieles stärkeren Schwankungen, weit häufigerenund tiefergreifenden Verschiebungen wie die Wirtschaft einesVerkehr treibenden Volkes ist die eines verkehrslosen Volkesausgesetzt. Chikanen fremder Nationen, Folgen von Vorgängen, die„hinten weit in der Türkei " sich vollziehen, braucht es nicht zufürchten — dafür aber Launen der Natur, Folgen von Elementar-ereignissen, die im eigenen Lande ihr Wesen treiben und die Stetig-keit seines Erwerbslebens ungleich mehr gefährden.
Wenn ein Volk nur die nationale Arbeitsteilung pflegt —wenn Verkehr nur stattfindet zwischen nationalen Industriellen undnationalen Bauern, so treibt die Wirtschaft hin und her mit demAuf und Ab der nationalen Ernte; jetzt bringen die Bauern10, jetzt 20, jetzt nur ö Milliarden Centner agrikoler Lebensmittelund Materialien auf den „sicheren, unabhängigen, inneren Markt".Der Weltmarkt mit Hunderten von Millionen Produzenten undKonsumenten bietet für die an ihm teilhabenden Nationen eine weitgrößere Gewähr gleichmäßigen Angebotes von Rohstoffen gleich-
Dies Argument wird z, B. geltend gemacht von Ad. Wagner, Grund-legung, Bd. I, S. 368, und G. Schmoller , Aufsätze zur Social- und Ge-werbepolitik, S, 174, 176.-) Vgl. oben S. 24.