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schutzes künstlich beschleunigt würde, die Gefahr, daß die rückläufigeBewegung des Fabrikatenexportes plötzlich eintrete — daß plötzlichder ganze Fabrikatenexport, oder auch nur eine überwiegende Quote,einschrumpfe eine überaus geringe.
Eine Störung des Erwerbslebens der Industriestaaten wirdjede erfolgreiche Schntzzollaktion seitens der Rohstoffstaaten nach sichziehen. Immer müssen dort Kapitalien und Arbeitskräfte neu sichgruppieren; ohne Verluste geht dies niemals ab. Aber die Not-wendigkeit solcher Neugruppierung kann kein durchschlagendes Ar-gument gegen den Außenhandel sein. Denn solche Neugruppieruugmuß auch aus vielen anderen Ursachen, die mit dem Außenhandelnichts zu thun haben, oft genng platzgreifen: zufolge Fortschrittender Technik, Umgestaltung der Verkehrs- und Siedeluugsverhält-nisse u. s. w. Überall — selbst im „geschlossenen Handelssiaate"— muß ein Teil der Kapitalien und Arbeitskräfte Ort und Artder Beschäftigung dann und wann wechseln; der Ausschwung derIndustrie in den Rohstoffstaateu bedeutet nichts als eine Ursachemehr. Ob letztere Ursache größere Massen, und diese ruckweiser, inBewegung und Erregung versetzen werde als z. B. die Entdeckungeines neuen Materials oder einer neuen Maschine u. s. w. ist all-gemein nicht zu entscheiden. —
Daß ein Rohstoffstaat nach dem anderen eine chinesische Mauergegen die Fabrikate der Industriestaaten aufführe und diese all-mühlich höher und höher geführt werde — dies kann sein. Dafüraber, daß jeweilig die Mauer nicht um allzu viel erhöht werde,und daß nicht alle Rohstoffstaaten zugleich darauf verfallen, dasIdeal der „Unabhängigkeit vom Auslande" im Sturmschritt zunehmen — dafür sorgen gewisse „Gegenkräfte". Vor allem: dieInteressen der exportierenden Landwirte und Bergwerksbesitzer.
Die Herren Agrarier sind überall Geschäftsmänner ^) — inOstelbien wie im Westen Nordamerikas, in Rußland wie in denLaplatastaaten, in Südafrika wie in Australien . In kornein-führenden Industriestaaten schwören sie auf Zollschutz, da dieser,
Oldenberg schreibt (S. 32): er sei an die Denkweise der Geschäfts-männer nicht gewöhnt. Vielleicht liegt es daran, daß er diese „Gegenkräfte"übersieht.