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Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
Entstehung
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Produktion emporschrauben, muß ein Teil der bisher in der Export-industrie thätigen Kapitalien, Unternehmen, Arbeiter sich der Land-wirtschaft und dem Bergbau zuwenden eine Verschiebung, dieautomatisch", unter dem Signal fallender Löhne und Profite inder Exportindustrie, steigender Rente in der Rohstoffproduktion sichvollzieht.

Sofern dagegen (d) die neuen, aus dem Samen des Pro-tektionismus erzeugten Gewerbszweige der Rohstoffstaaten ihre wirt-schaftlichen Mittel aus den Industriestaaten gewinnen, d. h. da-durch gewinnen, daß ihnen von dort Kapitalien n. s. w. zufließen, sotritt in den Industriestaaten gleichfalls eine Verschiebung ein nuranderer Art. Auch in diesem Falle schrumpft die Exportindustrieein; da aber die bisher in ihr thätigen Kapitalien u. s. w. sich zumTeile expatriiert haben, so können sie der nationalen Rohstoff-produktion sich nicht zuwenden. Deren Erweiterung ist jedoch indiesem Falle keine Notwendigkeit; denn um so viel als das bisherexportindustriell thätige Kapital und die bisher exportindustriellthätige Bevölkerung zufolge der Auswanderung zurückgeht, um soviel geht auch der Bedarf des Industriestaates, an Materialienund Lebensmitteln des Auslandes zurück.

Der Normalfall ist der, daß die jungen Manufakturen derRohstoffstaaten ihre wirtschaftlichen Mittel teils aus inländischen,teils ans ausländischen Quellen nehmen. Ob nun die Industriali-sierung gewisser Rohstoffstaaten so oder so sich vollziehe immer(außer in dem Falle, daß andere Rohstoffstaaten an ihre Stelletreten, s. o. S 60) ergiebt sich für die Industriestaaten eine fatale,die Produktivität ihrer nationalen Arbeit mindernde Metamorphoseihrer Volkswirtschaft. Da aber diese Metamorphose eintreten muß da jede einzelne, erfolgreiche Schutzzollaktion, heute in diesem,morgen in jenem Rohstoffstaat, die Wirkung hat, entweder(Fall a) die Industriestaaten zu zwingen, die nationale Rohstoff-Produktion zu erweitern, wozu das Freiwerden von Kapitalien u. f. w.in der Exportindustrie die Möglichkeit bietet; oder (Fall o) denBedarf der Industriestaaten an Lebensmitteln und Materialien derRohstoffstaaten zu mindern, so ist selbst dann, wenn die Industriali-sierung gewisser Rohstoffstaaten durch den Hebel intensiven Zoll-