Regel wird auch, wenn ein Land, das bisher Rohstoffe exportierthat, sie selbst durch Verarbeitung im Jnlaude verwerten will, dessenVerkehrsnetz gemäß der neuen Situation umgearbeitet werdenmüssen.
Allerdings: Kapitalien, Unternehmer, Arbeiter, Maschinen u. s. w.kaun man aus den Industriestaaten importieren. Wenn aber aussolchem „Selbstmord", solcher „Totengräberei" (Oldenberg) derIndustriestaaten den Rohstoffstaaten neues gewerbliches Leben imFluge erblühen könnte, so wäre ihnen der „zweite Arm" — nachdem bekannten List'schen Gleichnis — längst schon zugewachsen. Die„es^itaux, <^ui ns eormÄissöut ni roi vi xatris" (Quesnay) sind dochzu vorsichtig, um auf einmal in großen Massen das Risiko der Aus-wanderung zu wagen; Unternehmer und Arbeiter haften auch im„Zeitalter des Dampfes" ziemlich zähe an der Scholle — nochimmer ist der Mensch „die am schwersten transportable Waare"(Ad. Smith); die Maschinen allein thun es nicht.
Gewiß — die industrielle Vegetation mag seitens der Rohstoff-staaten künstlich beschleunigt werden durch die Treibhauswärme, diedas Schutzzollregime ausstrahlt. Jedoch sofern (g.) die neuenGewerbszweige ihre wirtschaftlichen Mittel aus dem Lande selbstgewinnen, immer mit der Wirkung, daß der Rohstoffproduktiou —um im Gleichnis zu bleiben — so viel Finger, so viel sachlicheund personale Kräfte verloren gehen, wie die Industrie an sich zieht.Förderung der Industrie heißt in diesem Falle Beeinträchtigungder Landwirtschaft und des Bergbaues, Verkürzung des Exportsvon Lebensmitteln und Materialien. Wird den Industriestaatender Fabrikatenexport nach gewissen Rohstoffstaaten beschnitten, sonimmt gleichzeitig der Rohstoffimport aus diesen ab — d. h. dieSchutzzollpolitik dieser zwingt jene, neue Absatzwege und Bezugs-quellen in anderen Rohstoffstaaten zu suchen, denen derzeit nochan der Steigerung ihrer Rohstoffausfuhr mehr gelegen ist als ander Entfaltung der nationalen Industrie.
Gelingt dies, so bleibt, trotz der Beschleunigung der Industriali-sierung gewisser Rohstoffstaaten durch das Schutzzollregime, diewirtschaftliche Lage der Industriestaaten die gleiche wie zuvor.Gelingt dies nicht, so müssen sie die nationale Rohstoff-