294 VII- Chirurgie, Augen-, Ohren-, Zahnheilkunde.
Erfolg Lammblut. Später beschäftigte sich Bichat mit dem Ver-fahren und 1818 führte James Blundell die Spritze ein. 1821wiesen Dumas und Prevost nach, daß der Faserstoff kein be-lebendes Element ist, also ebensogut defibriniertes Blut eingespritztwerden kann. Dasselbe wirkt auch uicht als Fremdkörper, wennes auf Körpertemperatur gehalten wird nnd nicht zu lange vorherdem anderen Organismus entnommen ist. Versuche haben ergeben,daß man bis zu 83 Prozent fremdes Blut injizieren kann, aberin der Praxis begnügt man sich mit geringen Quantitäten (Demmeinjizierte im Laufe eines Monates achtmal je 5 Blut und zwarstach er mit einer Pravazspritze die Vene an). Am Platze ist dieseOperation in allen Verblntnngsznständen, aber auch bei Blut-krankheiten (perniciöse Anämie), ferner bei Kohlenoxydvergiftungen,' sowie bei anderen Vergiftungen (Äther, Chlorophorm, Morphium,Schlangengift). Auch Erfrierungen und Verbrennungen hat manmit in den Kreis der Behandlung gezogen. Während man früherzur Tansfusion ausschließlich Lammblut nahm, benutzte man seitder Empfehlung Blnndells meist Menschenblut, ein Verfahren,das Panum (1863) durch zahlreiche Experimente wissenschaftlichbegründete. Man nahm an, daß fremdes Blut nicht assimiliertwird und als schädlicher Fremdkörper wirkt. 1873 machten Ge-sellius und Hasse wieder aus das Tierblut aufmerksam, welcherMethode Landois und Poufik entgegentraten.
Von dem Gedanken allsgehend, daß der Verblutungstod nichtdurch Blutmangel eintritt, sondern durch eine Störung der Mechanikder Cirkulation, war es naheliegend, das Blut durch indifferenteFlüssigkeiten (wie physiologische Kochsalzlösung) zu ersetzen. Wäh-rend Kronecker der Meinung ist, daß bei allen Blutungen biszu 2/g, vielleicht bis zu ^ der präsumptiven Vlutmeuge die Jn-susion von 0,6 prozentiger, nicht alkalisch geniachter Kochsalzlösungdas Leben rettet, verneint Landois dies und hält die Kochsalz-infusion sür ein lebenverlängerndes, nicht lebenrettendes Mittel.Die Transfnsionsmethoden sind sehr verschiedenartig: entwederman injiziert in die Venen oder in die Arterien, leitet wohlauch das Blut direkt von Vene zu Vene, wofür Aveliug eineugeistreiche« Apparat ersonnen hat. Landois empfiehlt die centri-