Orthopädie.
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fugale und centripetale Arterientransfusion. Andere wieder spritzendas defibrinierte Blut entweder ins Unterhautzellgewebe (Karsch,Ziemssen, Curschmanu) oder in die Bauchhöhle (Ponfik).Letztere Operation ist nicht ungefährlich, erstere empfielt sich nichtbei akuten Blutungen, sondern mehr bei Krankheiten, welche zer-störend auf die Blutbeschaffenheit wirken. Mehr wie 200 Blutsollen nicht in einer Sitzung injiziert werden. Unter Antotrans-fusion versteht man eine Körperlage (Kopf tief!), die dem Gehirnmehr Blut zuführt, was durch Einwickelnng der Extremitäten mitstraffen Binden unterstützt werden kann.
Die Orthopädie war früher den Mechanikern überlassen,aus welchem Staude auch der berühmte Würzburger I. GeorgHeine hervorgegangen ist. Durch die Arbeiten von Stromeyer,Dieffenbach, Delpech uud Scarpa entwickelte sich dieser Zweigder Chirurgie zu einer ernsten, höchst erfolgreichen Disciplin.Unter den jüngeren ist namentlich Hoffa zu nennen und Calot,welcher das UsäreZssraent torc^e, die gewaltsame Einknicknng desBnckels empfahl und damit großes Aufsehen erregte. Der Enthu-siasmus hat bei der zweiten Auflage dieses Berfahrens so wenignachgehalten wie bei der ersteren, als Heister bei Malum Pottiidie gewaltsame Reduktion des Gibbus unter Bauchlage des Patientenvorschlug. Eine Zeit lang war die Behandlung der Rückgrats-verkrümmungen mit dem Savreschen Gipskorsett sehr sn vo^ue;andererseits gebrauchte man ZngaPParate, um deren Konstruktionsich namentlich Bonnet sehr verdient gemacht hat. Wie Heineals Autotidakt großes geleistet hat, so wäre hier noch eines Laienzu gedenken, welcher der Othopädie wesentlichen Nutzen brachte,Hessings. Seine Gehverbände nnd seine Leistungen auf deinGebiete der Apparatothcrapie sichern ihm den Dank von TausendenGeheilter, obgleich bei seinen mangelnden Borkenntnissen auch dieMißerfolge nicht ausbleiben konnten. Mit einem scharfen Augeund einer sublimen technischen Veranlagung ausgestattet, gelanges ihm, iu den schwierigsten Verhältnissen brauchbare und nutz-bringende Stützapparate zu ersinnen.
Es ist schon angedeutet worden uud leicht begreiflich, daß diewachsende Sicherheit und die durch die Antiseptik unterstützte Kühn-