24 I. DerStandPunkt der Naturwissenschaften um dieWcnde des 18. Jahrhunderts.
sames Vorwärtsschreiten ztl beobachteil geben werde. Und dochtrifft diese scheinbar selbstverständliche Annahme nicht zu, amwenigsten in Deutsch land. Gerade hier macht sich ein starker,ein ganz eigenartiger Rückschlag geltend, den nur verstehen kann,wer die innigen Znsammenhänge zwischen den einzelnen Seitendes geistigen Lebens der Menschen stetig im Ange behält. SeitLeibniz und Christian Wolf haben Philosophie und Natnr-wissenschaft sich aufs beste vertragen; sie befruchteten sich wechsel-seitig, und gar uicht selten finden wir, daß ein bahnbrechenderGeist nach beiden Richtungen hin ersprießlich nnd fördernd wirkteKant ist wohl der glänzendste Vertreter der inneren Berechtigungsolcher Doppelthätigkeit. Jetzt aber erheben sich plötzlich Zweifelan der Autonomie der Naturwissenschaft; die Empirie soll ineine dienende Stellung zurückversetzt werden, und dasreine Denken beginnt Anspruch darauf zu machen, nichtbloß formale, sondern auch rein sachliche Fragen auseigener Kraft zur Entscheidung bringen zu können.