Steffens, v. Nees, Oken nlS Nciturphilvsvphcn,
^1
zu thun giebt. Noch kräftiger geht Scheltiug selber ins Zeug,indem er das „Benehmen des Obskurantismus gegen die Natur-philosophie" gegeißelt; daß unter einem Obskuranten ein Natur-sorscher älterer Ordnung verstanden sein soll, bedarf kanm der Eriune-rnng. Man kann diesen armen Schächern ihre Abneigung gegen„die neue Erkenntnisart" kanm verübeln, denn ihre geistigen Flügeltragen sie eben nicht so hoch empor. Aber daß sie es auch wagen,aus ihrem Staube heraus Angriffe gegen das zu richten, was fürsie transszendent bleiben muß, wird als unerträgliche Anmaßungempfunden. Zumal auf die Mathematiker ist Schelling übel zusprechen, und in seiner Antikritik gegen einen ungenannten Ver-treter dieses Faches — wir halten dafür, daß Klügel, einer derklarsten Köpfe jener Zeit, gemeint ist — läßt er sogar sehr denguten Ton vermissen. Grob genug konnte der große Natur-Philosoph sein.
Doch ist es angezeigt, nuumehr auch derjenigen zu gedenken,welche er als seine Mitstreiter noch weiter betrachten durfte.Außer Hegel , dem unter allen Umständen ein besonderer Platzanzuweisen ist, haben wir da besonders H. Steffens (1773—1845),TH.F. C. Nees v. Esenbeck (1776—1858) und L. Oken (1779 bis1851) uamhaft zu macheu. Keiner von den dreien ist aus demPhilosophischen Lager direkt hervorgegangen, vielmehr war seinemHanptbernse nach Steffens Mineraloge und Geologe, Neesv. Esenbeck Botaniker, Oken Zoologe. Sämtlich aber ließen siesich, obwohl jeder von ihnen in seinem engeren Wirkungskreiseganz achtbare Leistungen hervorgebracht hatte, von der natur-philosophischen Sturmflut mit fortreißen und gaben sich die redlichsteMühe, ihre Forschungsresultate wenigstens mit der vom Zeitgeistegeforderten Verbrämung zu versehen. Zumal Steffens, geborenerNorweger, aber als Breslauer und Berliner Professor, sowie als Mit-kämpfer der großen Freiheitskriege ganz in deutschem Wesen auf-gegangen, stellte der in den zwanziger Jahren des neuen Jahrhundertsmit Kraft einsetzenden Reaktion den zähesten Widerstand entgegen,obwohl seine zwanglos erschienenen Hefte („Polemische Blätterzur Beförderung der spekulativen Physik", Breslau 1829—1835)damals schon nicht mehr zeitgemäß waren. Oken vermißte in den