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II. Das Interregnum der Naturphilosophie.
einem Schlußartikel. Zeichnet man einen Horizontalkreis mitseinen vier Kardinalpnnkten Nord, Ost, Süd und West, identi-fiziert den Begriff des Eisens mit dem der Nordsüdlinie, denBegriff des Wassers mit dem der Ostwestlinie und ordnet nnnbeziehungsweise die vier Quadranten r>"0, 08, LW und dengenannten vier Metallen in der Reihenfolge Silber, Platin, Gold,Quecksilber zu, so hat mau ein Schema gewonnen, ans dessenDiskussion die wertvollsten Daten für das gegenseitige Verhaltendieser Grundstoffe erhalten werden sollen. Von anderen Gelehrtensah sich Schelling in seinem Vorhaben nur wenig gefördert, nnddiese mangelhafte Beihilfe ließ ihn wohl auch nach Jahresfrist aufdie Weiterführung feines Orgaues verzichten. Einen sehr merk-würdigen Beitrag lieferte N.J.Windischmann (1775—1839), derunter anderen anch die Frage erörterte, wie es doch komme, daß vonden Naturwissenschaften die Astronomie so sehr viel weiter als jedeandere fortgeschritten sei. Ein ebensowenig in weiteren Kreisen be-kannt gewordener Mitarbeiter, I. N. Moeller, versuchte sich aneiner Theorie der Reibung, die er mit Recht als ein Mittel zur Er-zeugung von Wärme charakterisierte. Diese letztere erklärte er natürlichauch naturphilosophisch, aber doch wenigstens ohne Zuhilfenahmedes fönst noch allgemein gebräuchlichen Wärmestoffes. Von allenAussätzen des Bandes mag der Moellersche einem Physiker derGegenwart wohl als der am wenigsten sonderbare, als der mit demgeringsten Ausgebote von Selbstüberwindung zu lesende erscheinen.
Die Abneigung gegen die „zünftige" Naturlehre, die Verach-tuug des im reinen Äther der Gedankenwelt lebenden Philosophengegen den armseligen, mit Retorte und Wage sich abmühendenEmpiriker tritt au vieleu Stellen des Bändchens hervor, ab nndzu in fast Possenhafter Weise. Wir rechnen hierher eine Stelle beiWindischmann: „Will irgend ein Individuum durchaus Natur-forscher sein, ohne jedoch die Gabe des Geistes der Physik zu haben,so mag er physische Hilfsmittel und unter denselben auch chemischeVersuche anstellen, muß sich aber bescheiden, ein bloßer Handlangerder Physik zu sein, und ist in dieser seiner Bescheidenheit als einganz verdienstvoller Mann anzusehen." Man sieht, der Natur-philosoph fühlt sich als Köuig, der bauen läßt nnd dem Kärrner