Viertes Kapitel.
NleXander v. Humboldt.
Das neunzehnte Jahrhundert war uud ist der Po ly Historiefeindlich gesinnt, Spezialforschung hat es von allein Anfange anauf seiue Fahue geschrieben, und unter diesem Zeichen hat es Großesvollbracht. Ob nicht auch in der Verfolgung des an und für sichzweifellos ebenso weittragenden wie richtigen Gedankens allzu weitgegangen werden kann, bleibe für jetzt dahingestellt; auch diesesBedenken wird zu streifen sein, wenn es die Bilanz des Jahr-hunderts zn zieheu gilt. Man möge über die Berechtigung desStrebeus nach umfassender Stoffbeherrschuug denken, wie manwolle — in Abrede wird nicht zn stellen sein, daß angesichts desrapiden Anwachsens aller Teile die Gewinnung eines wirklichbeherrschenden Standpunktes von Jahr zu Jahr mehr eineUnmöglichkeit wird. Aristoteles, Albertus Magnus, Leibniz ,sie gehören einer uns hente kaum noch recht verständlichen Ver-gangenheit an, und ihresgleichen kann die Gegenwart nicht mehrhervorbringen. Und doch hat es in unserem Jahrhundert einenFürsten der Wissenschaft gegeben, der volle sechs Jahrzehutehindurch eine zentrale, von In- und Anstand gleichmäßig aner-kannte Stellung einnahm nnd, wenngleich seine späteren Lebens-jahre der Wissenschaft nnr gelegentlich noch eigentlich neue Errungen-schafteu zuführten, doch allseitig als Autorität mit entscheidender