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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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Fünftes Kapitel.

Die Astronomie bis zum Jahre 1646.

Der Stand, bis zu welchem die Sternkunde um die Jahr-hundertwende gediehen war, ist im ersten Abschnitte übersichtlich zuzeichnen versucht worden. Wir überzeugten uns, daß die Wissen-schaft in rastlosem Vordringen begriffen war, daß sowohl die Be-obachtung wie die Theorie gerade in den letzten Jahren des voran-gegangenen Jahrhunderts große Triumphe feiern durften. Aufihrem Siegeszuge wollen wir die Astronomie nnnmehr anch weiterbegleiten, auf einem Erobernngszuge durch die weiteu Himmels-räume, der erst da seiue Grenze findet, wo die künstlich gesteigerteSinnesthätigkeit des Menschen vorläufig halt machen muß. Dennwarum sollte nicht einer kommenden Zeit die Möglichkeit gegebensein, auch diese Schranke später noch weiter hinausznrücken? Indiesen: Kapitel gedenken wir bis zum Jahre 1846 zu gehen; dennin ihm, welches ja der Mitte des Jahrhunderts schon sehr nahegelegen ist, vollzieht sich ein Fortschritt von so ganz auszeichnen-dem Charakter, daß durch ihn völlig neue Aussichten in die Zukunfterweckt werden. Hier mag denn also auch einstweilen der Schlag-baum niedersinken.

Das neue Jahrhundert konnte sich des Glückes rühmen, dnrcheine folgenreiche Entdeckung eingeleitet worden zu sein. Von deranscheinenden Kluft zwischen den Planeten Mars und Jupiter ,fowie von der verzweifelten Art ihrer Erklärung dnrch die Natur-philosophie ist im zweiten Abschnitte gesprochen worden, ebenso