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V. Die Astronomie bis zum Jahre 1846.
seines Interesses stand von je der Mond. Ein späterer Seleno-graph hat, was ein Konkurrent immer vermeiden sollte, die un-leugbar vorhandenen Mangel in Schroeters Methodik der Mvnd-bcachtnng arg übertrieben, denn dieselbe hat zweifellos auch PositiveLeistungen zur Folge gehabt. Die Rillen, jene merkwürdigen,geradlinigen Mondgebilde, die selbst jetzt noch, so genan man sieseitdem kennen gelernt hat, keine ganz zureichende Erklärung ge-sunden haben, treten zuerst in den Lilienthaler Mondzcichnungendeutlicher hervor. Ju dein durchaus uicht hoffnungslosen Strebenjedoch, physische Veränderuugen auf dem Monde nachweisenzu können, mag Schroeter wohl die eigentliche Kartiernngsarbeit,welche seit Tob. Mayer keinen nennenswerten Fortschritt gemachthatte, etwas zu gering geschätzt haben. Seine Messungen derrelativen Abstände vieler Mondberggipfel von der benachbartenEbene sind wertvoll, während die Versuche, auch andere Planeten-kngeln als vou meßbaren Bergen besetzt aufzuzeigen, nicht glücklichwaren.
Wir sagten eben, es habe sich gegen die fast ausschließlicheAnwendung der Spiegelteleskope iu der beschreibenden Astronomiezu Beginn des Jahrhunderts eine Reaktion geltend gemacht. Da-mit soll nicht etwa behauptet werden, es sei später von ersteremoptischem Hilfsmittel gar kein Gebrauch gemacht worden. Hat dochLord Rosse auf seinem Schlosse Birr Castle in Irland 1845 einen„Leviathan" dieser Art aufgestellt, desseu Spiegel 3800 Kilogrammwog, und welches denn auch die Zerlegung einzelner bislang un-auflösbarer Nebelmassen in Sternhansen ermöglichte; sind dochauch nachher noch dnrch Foucault uud v. Steinheil versilberteGlasspicgel von außerordentlicher Bildschärfe hergestellt worden.Trotz nlledem bleibt es wahr, daß die eigentliche Glanzzeit derkatoptrischen Fernrohre bald ihr Ende erreicht hat. Daß es sokam, verdankt man dem trefflichen Künstler und Denker, dessenGrabstein in München nicht mit Unrecht die Worte trägt: „Erhat uns die Sterne näher gebracht." Ans sehr gedrückten Ver-hältnissen emporgewachsen, trat Joseph Fraunhoser <1787 bis -1826) im Jahre 1806 in das mechanisch-mathematische Institutein, welches der durch seine Kreistcilnngsmaschiue bekannt ge-