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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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V. Die Astrvnvmie bis zum Jahre 1846.

Optios" nicht Wesentlich geförderte Lehre vom Spektrum nnterganz nenen Gesichtspunkten bearbeitete und so einer Entdeckungden Boden bereitete, aus welcher, wie sich bald zeigen wird, diemoderne Astrophysik erwachsen sollte. Über achtzig Jahre hatteman sich damit begnügt, zu wissen, daß ein dünnes Lichtstrahlen-büudel, durch ein prismatisches Glasstück aus eine Weiße Wandfallend, hier zu eiuem Lichtbande verbreitert wird, in welchem mandie sogenannten sieben Regenbogensarben - in Wirklichkeit ist dieSiebenzahl ein ganz zufälliger Umstand unterscheiden kann.Erst 1802 hatte Wollastou in diesem Farbenstreisen, dem soge-nannten Spektrum, ein paar dunkle Linien wahrgenommen, welcheauf den begrenzenden Parallelen senkrecht standen. Doch war demzunächst noch wenig Gewicht beigemessen worden, und erst derMünchener Optiker erweiterte die Entdeckung dahin, daß die Zahldieser schmalen schwarzen Streifen eine sehr erhebliche, daß aberzugleich jedem einzelnen ein ganz bestimmter Platz innerhalb desSpektrums angewiesen ist, so daß, wenn sein Ort durch genaueWinkelmessnng ein sür allemal festgelegt ward, er leicht immerwieder anfgefnnden werden kann. Schon 1815 war, wie seineerste Mitteilung beweist, der Entdecker mit diesen Thatsachen ganzim reinen, aber einem größeren Publikum wurden dieselben erstbekannt, als 1821 eine Abhandlung darüber in Schumachersviel gelesener Zeitschrist erschien bezeichnenderweise in fran-zösischer Übersetzuug. Die dankbare Nachwelt kennt die erwähntenStreifen des Farbenbildes, in denen offenbar eine Lichtverschlucknug,eine Absorption sich bemerklich macht, als Fraunhofersche Linien,und es wird sich zeigen, welch mächtigen Einfluß deren nähereBetrachtung auf die Vorstellungen übte, welche man sich vonder Zusammensetzung naher und ferner Körper bilden lernte.Daß der treffliche Mauu, dem die Erweiterung des mensch-lichen Gesichtskreises in so vielen Beziehungen zum höchsten Dankeverpflichtet ist, schon mit einunddreißig Jahren am 7. Juni1826 diese Zeitlichkeit verlassen mußte, lag ebenfalls in denUmständen; die langjährige Arbeit am Schmelzofen hatte diean sich schon zarte Gesnndheit Frannhofers unheilvoll unter-graben.