Geschichtschreibung der Astronomie,
101
Italieners Piazzi und des Engländers John Herschel , wozudann noch die elementare, mit großein Geschicke geschriebene „Himmels-mechanik" (Msok-z-niks c>k ttis Usavens-, London 1832) der ge-lehrten Lady Mary Somerville (1780—1872) hinzutritt. InDeutschland habeu I. H. Maedler und noch mehr I. I. v. Littrow (1781—1840) die populär-astronomische Litteratur zu Ehrengebracht, und des zweitgenannten „Wunder des Himmels" haben, inzeitgemäß umgeformten Auflagen, ihren Platz auf dem Bücher-märkte dauernd behauptet.
Auch die geschichtlich-astronomische Forschung hat in unseremZeitraume nicht gerastet, aber noch mehr denn zuvor lag siewesentlich in den Händen der Franzosen , unter denen ja im18. Säkulum Pingre, Montucla, Peron , Bailly auf diesemArbeitsfelde Achtungswertes geleistet hatteu. Den umfänglichenGeschichtswerken I. B. I. Delambres (1749—1822) über antike,mittelalterliche und nenere Sternkunde kommt freilich nnr ein bedingterWert zu, denn so bedeutend der Autor als astronomischer Rechnerselbst dasteht, hat er sich doch den Fehlgriff zu schulden kommenlassen, ganz moderne Anschauungen und Methoden in die Produk-tion der Vergangenheit hineinzutragen. Eigenartig und selbst inder Gegenwart nicht überholt sind Ed. Biots (1803—1850)Untersuchungen über chinesische und diejenigen von L. P. E.A. Sedillot (1808—1375) über arabische Astronomie. Derfranzösischen Litteratur muß auch A. v. Humboldts feinsinnigeMonographie über die Bedingtheit der großen Entdeckungsthatender Renaissance dnrch die Fortschritte der nautischen Astronomiezugerechnet werden, ein tiefgelehrtes Werk, welches der jüngere—J.L. — Jdeler (1809—1842) sehr mit Recht in die Muttersprachedes Autors übertragen hat. Dessen Vater C. L. Jdeler (1766 bis1346) hat sehr viel dazu beigetragen, die Astronomie des Altertnmsbesser verständlich zn machen, und als Schöpfer der selbständigenhistorischen Chronologie, welche ihm ein noch heute nichtübertroffenes Handbuch (Berlin 1826) verdankt, hat er sich auchals Originalforscher einen geachteten Namen errungen.
Die periodische astronomische Litteratur hatte ihren Stammsitzin Deutschland , und dieser Umstand gewährt den Epigonen einen