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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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102 V. Die Astronomie bis zum Jahre 1846.

ebenso hohen Vorteil, wie ihn die Mitwelt daraus zog, zumalwenn man die deutschen Verhältnisse vergleicht mit denjenigenanderer europäischer Staaten, wo sich die Veröffentlichungen inden Schriften der gelehrten Gesellschaften man denke an die' ungeheure Anzahl derselben, z. B. in Italien vereinzelten nnddem Blick entzogen. Von 1800 an beherrschte der mit wahremwissenschaftlichen Feldherrnblicke und seltenem Organisationstalenteausgestattete F. v. Zach das Feld, nnd daneben ermöglichteBodesAstronomisches Jahrbuch", eine mit Anhängen bereicherteEphemeridensammlnng, den Abdruck größerer Abhandlungen. ImJahre 1821 schrieb dann der Altonaer Astronom C. H. Schu-macher (17801850) seinem Freunde Gauß, er sei von seinem dem dänischen Finanzminister aufgefordert worden, eine Fach-zeitschrift ins Leben zu rufen. Gauß und andere Männer von Rnfsagten ihre Mitwirkung zu, und so konnte das neue Organ,Astronomische Nachrichten" genannt, seit September 1821 denVerkehr zwischen der Fachwelt des In- und Auslandes aufnehmen,zuerst gefolgt von einer gelegentlichen Beilage (AstronomischeAbhandlungen ", dannJahrbuch" bis 1844), die für größere Druck-sachen bestimmt war. Dieses überaus wertvolle Journal, dielebendige Geschichte der Astronomie während eines Zeitabschnittesvon nunmehr acht Dezennien, ist von Schumacher bis zu seinemTode, nachmals aber von Petersen, Hansen, C. A. F. Peters,Krüger, Männern, die uns im 13. Abschnitte sämtlich aufs neuebegegnen werden, ständig im gleichen Geiste weitergeführt wordenund steht im Begriffe, die Grenze des Jahrhunderts seiner Stiftungzu überschreiten. Es giebt wohl kaum einen mit der Erforschungder Sternenwelt verknüpften Namen, den man im Register derNachrichten" vergeblich aussuchen würde.