Die innere Erdwttnne.
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Freundschaft lebte, zu seinen Untersuchungen angeregt. Es fandsich, daß allenthalben ans der Erde von der neutralen Fläche aneine radiale Zunahme der Temperatur stattfindet, natürlichnicht überall gleich rasch, wohl aber stetig, falls nicht örtliche Zu-fälligkeiten die Gesetzmäßigkeit beeinträchtigen. Das Erkalten desin früheren geologischen Zeitaltern mit einem unverhältnismäßiggrößeren Wärmevorrate begabten Erdballes suchten Fonrier undPoisson mathematisch auszullären; nach Fonrier würde die ausdem Inneren dringende, durch Strahlung an den kalten Weltraumabgegebene Wärmemenge genügen, um im Lause eines Jahrhundertseine die Erdoberfläche umziehende Eisschicht von 3 m Dicke zuschmelzen. Die Theorie suchte der Geologe K. G. Bischof (1792bis 1870) in zwei den Jahren 1837 und 1841 entstammendenAbhandlungen durch Experimente mit einer glühenden Vasaltkugelzu verifizieren, und diese sind auch unter allen Umständen wert-voll, so wenig man sich auch mit dem extrem neptunistischeuStandpuukte des Genannten einverstanden erklären mag. Anderedachten natürlich daran, die interne Temperatnrsteigeruug mitneueu Anschauungen über die innere Beschaffenheit der Erde inursächliche Verbindung zu bringen. Bereits Benjamin Franklin ,der Erfinder des Blitzableiters, hatte sich für die Erfüllung einesgroßen zentralen Hohlraumes mit stark verdichteten Gasen aus-gesprochen, und die deutschen Physiker Lichtenberg und Chladni hatten diese Hypothese mit neueu Argumenten gestützt. G.W.Muncke in Heidelberg (1772—1847) hatte sich dagegen mit einem gewissenFanatismus gegen eine so verwegene Durchbrechung hergebrachterAnsichten erklärt, und es gelang ihm anch, sie einstweilen zurück-zudämmen, bis sie dann in viel späterer Zeit ihre Wiederauf-erstehung erlebte. Auch die Behauptung v. Zachs, Marschallv. Biebersteins und des phantasievollen Gruithuiseu, unserPlanet sei ein Konglomerat von Meteoriten, wurde mit Rechtskeptisch aufgenommen, aber schließlich läuft die in unserer Zeitviel besprochene Theorie des berühmten Spektroskopikers Lockyerdoch ganz ans das Gleiche hinans.
Zu einer wissenschaftlichen Meereskunde waren vor hundertJahren die Anfänge vorhanden, keineswegs unbedeutend nach Zahl