Entwicklung der Meteorologie.
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Meteorologie im engeren Sinne nnd in Klimatologie zwarnoch nicht mit voller Klarheit durchgeführt, aber doch vorbereitet ward.Man erforschte genauer die Zusammensetzung des Luftkreises, unddurch Humboldt, Gay-Lussae, Volta u.a. ward die Endio-metrie im ganzen ans den gegenwärtigen Stand gebracht, indemman das gegenseitige Gewichtsverhältnis von Sauerstoff, Stickstoffund Kohlensäure fixierte. Die Bedeutung des Wasserdampfesdagegen war uoch lange nicht allseitig erkannt; Lichtend erg hattezwar die am Ende des 18. Jahrhuuderts vorherrschende Meinung,das Wasser gehe mit der Luft eiue chemische Verbindung ein,glücklich widerlegt, aber erst durch die mit 1805 beginnenden, seit1826 eine immer exaktere Gestalt annehmenden Arbeiten I. Daltons(1766—1844) wurde dem wichtigen Satze zum Durchbrüche ver-holfeu, daß die atmosphärische Luft ein bloß mechanischesGemenge der in ihr enthalteneu Gase und Dämpfe sei; ebensoauch dem zweiten Satze, daß Lnft und Dämpfe sich in ihren Druck-wirkungen nicht etwa stören, sondern das der Gesamtdruck derSumme der Pressungen der einzelnen Bestandteile gleichzusetzen ist.Beim Eingang der dreißiger Jahre wurde, was man au gesichertenmeteorologischeu Kenntnissen besaß, in zwei deutschen Werken, vonG. Schübler (1787—1834) 1831 und von L. F. Kämtz (1801 bis1867) 1831—1832 zusammengefaßt uud es ist daS zweitgeuauntenoch für unsere Gegenwart ein wertvolles Nepertorium, wie dennüberhaupt Kämtz als Physiker nnd Meteorologe der Wissenschaftgroße Dienste erwies. Er wurde 1865 zur Leitung deS physikalischenZentralobservatoriums zu Pawlowsk bei St. Petersburg berufen,welches 1843 gegründet und der Aufsicht des um die meteorologisch-magnetische Durchforschung NußlaudS überaus verdienten A.T. Kupffer (1799—1865) übertragen worden war.
Ein bemerkenswerter prinzipieller Fortschritt war nm jeneZeit vollzogen; die Astrometeorologie war, wo nicht gänzlichbeseitigt, so doch allseitig kritischer, ja skeptischer Prüfung ihrer Be-rechtiguug unterstellt worden, uud die Meteorologen suchten die Trieb-federn der großen atmosphärischen Bewegungen da, wo sie auchallein gesucht werden dürfen, nämlich in der Atmosphäre selbst.Ein vorzeitig in die Erde gesenkter Keim ging vorläufig noch nicht