Absorptivnserscheinungen.
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bildung, die dann zunächst vergessen wurde, in unseren Tagen abernenes Leben empfing. Der Königsberger Physiker behauptetenämlich, es gebe neben dem gewöhnlichen anch unsichtbares Licht;er legte eine Münze auf eine Glastafel, hauchte sie an und nahmsie fort; auf dem Glase zeigte sich ein Bild der Münze, uud eswurde hieraus geschlossen, daß das Licht, gerade wie die Wärme,im Inneren des Körpers latent vorhanden sein und für gewöhnlichunserem Sehorgaue ebenso verborgen bleiben müsse, wie dies beiden ultravioletten Strahleu des Spektrums wegen deren allzu ge-ringer Wellenlänge der Fall sei. Die Frage wirbelte viel Staubauf, aber die von N. Hunt (1807—1887), E. Knorr (geb. 1805),Fizean und zuletzt ganz besonders durch Waidele genährteOpposition gewann bald Oberwasser, und zumal des letztgenanntenanspruchslose Deutung des mysteriösen Vorganges ließ denselbenals einfache Konsequenz bekannter Thatsachen erscheinen. Indemer mittelst geglühter Holzkohle jede Lustschicht von der Platte ent-fernte, beseitigte er auch die Hauchbilder, die sonach nur in derAtmosphäre, welche die Bildplatte bedeckte, ihren Gruud habenkonnten. G. Karsten (1820—1900) beschäftigte sich um diese Zeitvielfach mit den sehr interessanten, von ihm bemerkten elektrischenAbbildungen, die aber nach anderer Ansicht ohne eigentlicheMitwirkung der Elektrizität, und zwar in ganz ähnlicher Weise,wie die Moserschen Bilder, zustande kommen.
Gewisse Teile der Optik, welche in ihren Ansangsstadien inunsere gegenwärtige Periode zurückreichen, haben in der nächst-folgenden einen derartigen Ausschwung genommen, daß wir besserthnn werden, sie hier einstweilen noch zurückzustellen und späterim Zusammenhange zu behandeln. Dahin gehören alle die Er-scheinungen, welche durch die Absorption des Lichtes bedingterscheinen, so insbesondere Phosphoreszenz und Fluoreszenz.Dagegen mnß der chemischen Lichtwirkung schon au diesemOrte Erwähnung gethan, und ebenso muß die Bestimmung derLichtgeschwindigkeit auf nicht-astronomischem Wege nachVerdienst besprochen werden.
Die ersten Spuren dessen, was man nachher Photographiezu nennen gewöhnt ward, weisen auf den Anfang des 18. Jahr-