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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Jnduktionserscheinungeu.

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uadel eintrat. Beide sekundäre Ströme, die also nur Unter-brechungsströme waren, erwiesen sich als entgegengesetzt gerichtet.Gerade iu der Vorgeschichte der Induktion zeigt sich Farad aysGröße, die sich in rücksichtslosester Klarlegung anch der Fehlschlüsseoffenbart, am deutlichsten. Er versucht zuerst, ob auch durch denfreien Fall einer Drahtspule das Galvanometer in Erregung ver-setzt werden könne; er weist dann dem salleuden Ringe einen be-stimmteren Weg an, indem er ihn längs einer Stange herabgleiteuläßt; und nachdem er schließlich die Holzstange durch einen Eisenstabersetzt hat, bemerkt er den entscheidenden Ausschlag der Nadel, derihn belehrt, daß nicht der andauernde Strom allein Wirkungenbedingt. Volta- und Magnetinduktion ließen sich offenbardurch einen wesentlich übereinstimmenden Gedankengang erklären,nnd zwar giebt die Amperesche Hypothese Ausschluß über Artund Richtung der Jnduktionsströme. Lenz variierte die ent-scheidenden Versuche noch vielfach und sah sich so in die Lageversetzt, einen noch allgemeineren Satz aussprechen zu können.Wenn und d zwei Stromkreise sind, deren erster auch wirklichvon eiuem Strome dnrchflossen wird, während sich d in neutralemZustande befindet, so reicht es hin, daß d seine Lage gegen g. ver-ändert, nm auch in d einen sekundären, durch a induzierten Stromzu erzeugen. Ein Magnet, der ja als ein Aggregat sehr vielerund sehr kleiner Kreisströme anzusehen ist, leistet das Gleiche.Daß auch der Eutladuugsstrom einer Batterie Juduktionswirkungenhervorzurusen imstande ist, ermittelten Nieß und G. Marianini(17901366), nnd zwar verhalten sich ihren Intensitäten nachzwei solche Nebenströme ebenso, wie die induzierenden Hanpt-ströme. Rieß konnte sich bei derartigen Stärkevergleichungen aufsein seines Lnftelektrometer beziehen; die Lnft in einer geneigtausgestellten Röhre wird durch die Entladung erwärmt und aus-gedehnt, so daß ein Quecksilberfaden, der dabei hin und hergeschobenwird, in seiner augeublicklicheu Endlage den Grad der Erwärmungsignalisiert. Für dcu in Drähten oder Magnetstäben induziertenStrom hat späterhin Edlnnd den entsprechenden Beweis erbracht.Eine umfassende theoretische Diskussion des Wesens der Induktionging 1839 von W. Weber aus, uud zwar hat dieselbe zweisellos