Elektrische Maschinen.
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Elektromagneten hin und her schwang, wurde stetig ein Strom imFlusse erhalten, während eine Transmission die Bewegung auf einzum Heben von Gewichten bestimmtes Rad übertrug. Selbst-verständlich war dies nur ein Demonstrationsapparat, keine eigent-liche Arbeitsmaschine; einer solchen scheint die Vorrichtung nähergekommen zu sein, mit deren Hilse v. Jacobi 1838 ein von12 Personen besetztes Boot auf der Newa seine Fahrt machen ließ.Derselbe hat auch die erste Theorie der Beziehungen zwischen elektro-motorischen Kräften und pondermotorischen Leistungenausgestellt. Einen neuen Motor beschrieb 1839 der Frankfurter Arzt C. E. Neeff (1782—1849); nach Rosenberger wäre freilichder sogenannteNeeffscheHammer thatsächlich ans dem Erfindnngs-geiste des ebenfalls in Frankfurt a. M. wohnenden MechanikersI. P. Wagner (1799—1879) hervorgegangen, dem der Bundestagfür die von ihm versprochene elektrische Lokomotive eine statt-liche Subvention versprochen hatte. Wagner vermochte seine Zu-sage uicht zu erfüllen, und damit schien die Hoffnung, daß dieElektrizität anch in der Lehre von den Bewegnngsmechanismeneine Rolle zu spielen berufen sei, illusorisch geworden zu sein.Doch gewährte die Entdeckung der Induktion nene Zuversicht, unddie äußerst leistungsfähigen magn etoelektrischen Maschinenvon E. Stoehrer (1813—1890) ließen vermuten, daß das letzteWort in dieser Hinsicht noch nicht gesprochen sei. Immerhin wirdjedermann zugeben, daß es recht unscheinbare Ansänge waren, ausdenen sich die laugst zur selbständigen Wissenschaft gewordenemoderne Elektrotechnik heraus entwickelte.
Ungleich geringer ist der Abstand zwischen schüchternein An-fangsversuche und hoher Vollendung im Telegraphenwesen. DieReibungselektrizität allerdings war, weil sie der konstant wirkendenKraft entbehrte, unvermögend, die Korrespondenz zwischen zweidistanten Orten in regelrechtem Gange zn erhalten, und wenn esauch Watson, Lesage, Salva im Laufe des 18. Jahrhundertsgelang, gelegentlich einmal ein noch in weiter Entfernung verständ-liches Signal zu geben, so war damit doch für die Anwendungim großen kaum mehr erreicht, als durch den Vorschlag, welchendie „Mathematischen und Philosophischen Erquickstunden" Daniel