Physikalisch-Historische Studien.
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Hände gegeben werden. In Summa also ein Werk, welches derdeutschen Fachschriftstellcrei alle Ehre macht! Deutschland lieferteauch das Organ, welches damals die Physik schon geradezu inter-national zusammenhielt und seitdem mit seinen höheren Zielennoch immer mehr gewachsen ist. Gewiß haben auch die „^.unalss6s «üliiinis st äs kli^si^us", Nicholsons „^ourng.1 ok Natur-il?lliloLopI^, Otisinistr^ auä tlis ^rts", Brugnatellis „Kiornalscli llsica, ollimicg. s stcirig> n^tur^ls" und die von A. V. Baum-gartner (1793—1865) und K. A. v. Ettingshausen (1796 bis1378) herausgegebene (österreichische) „Zeitschrift für Physik undMathematik" ihre Aufgabe erfüllt, aber die Hanptzeitschrift sinddoch stets die von Gilbert ans Poggendorff übergegangenen„Annalen der Physik und Chemie" geblieben. Verhältnismäßigwenig entwickelt war noch die geschichtliche Forschung. Whewellstreffliche „Geschichte der induktiven Wissenschaften" reicht nichtmehr sehr weit ins 19. Jahrhundert herein, nnd daß die „Geschichteder Physik" (1. Band, Göttingen 1799) von F. W. A. Murhard(1779—1853) ein Torso blieb, ist nicht so sehr zu beklagen, weildem Verfasser der Sinn sür Systematik und Architektonik so gutwie gauz fehlte. Wirklich verdienstlich darf hingegen die „Geschichteder Optik" (Berlin 1838—1843) von H. E. Wilde (1793—1859)genannt werden. In den vierziger Jahren begann Poggendorfffein historisch-physikalisches Kolleg an der Berliner Hochschule zulesen, welches weit über eine Generation jugendlicher Geister ge-bildet und ihnen Sinn dafür eingeflößt hat, daß auch die natur-wissenschaftliche Forschung auf dem von den Altvordern bereitetenBoden steht und mit der Geistesarbeit vergangener Zeiten in steterFühlung zu verbleiben suchen soll.