224 IX. Die Chemie vvr der Trennung in ihre beiden Hauptbestandteile.
die schon 1803 von dem jungen Schweden Berzelius und seinemLandsmanne W. Hisinger (1766—1852) gemeinschaftlich aus-geführt worden war uud gleicherweise die Zersetzung von Salzendurch den Voltastrom zum Ziele gehabt hatte. Es hat zwarDavy selbst vou diesen seinen Vorgängern niemals so, wie esbillig gewesen wäre, Notiz genommen. Freilich ist auch uicht zuleugnen, daß er, der nicht wie Berzelius auf kleine Verhältnissebeschränkt war, seine Untersuchungen auch in einem Maße variierenund verallgemeinern konnte, daß dadurch allein bereits wertvolleErgebnisse verbürgt erschienen. Berzelius hatte iu seiner Armutsich selber eiue Säule aus Kupserplatten aufgebaut; DavysBatterieen andererseits kouute kein noch so konsistenter KörperWiderstand leisten, uud uachdem sogar das Glas aufgelöst wordenwar, durfte er sich auch an die Alkalien wagen, um zu sehen, obsie, die bisher allen Versuchen Trotz geboten hatten, sie in Ur-bestandteile zu Zerfällen, selbst der Voltaelektrizität gegenüber ihreSprödigkeit bewahren würden. Nach mehreren gelungenen Vor-versuchen wurde geschmolzenes Ätzkali dem Strome ausgesetzt, uudda bildeten sich denn kleine metallische Kugeln, die an der Luftunter namhafter Lichtentwickluug verbraunten. Es war nicht leicht,diese Stoffe in festerem Zustande zu erhalten, um sie für sichuntersuchen zu können, aber Davy machte auch dies möglich undstand zwei nenen, bisher noch unbekannten Substanzen gegenüber,denen er die Namen Pvtassium nnd Sodium beilegte. Die-selben fanden zuerst Anklang; in einem Briefe A. v. Humboldtsan Pictet vom 26. Mai 1808 wird Gay-Lussac als „Potasche",L. I. Thenard (1777—18S7) als „Soda", Berthollet als„Ammoniak" bezeichnet, weil von letzterem auch eine als besonderswertvoll geltende Untersuchung des Ammoniums herrührte. Manbedürfte, wie natürlich, einiger Zeit, um über das Wesen der vonDavy dargestellten Körper Klarheit zu erhalten. Davy erblicktein den Alkalien Metalloxyde und in seinem Potassium und Sodiumeben die entsprechenden Metalle, wogegen Gay-Lussac undThenard zuerst an Wasserstoffverbindnilgen dachten und erst nach-träglich auch ihrerseits zu der ersterwähnten Ansicht übergingen.Die beiden Alkalimetalle, deren Elementarnatnr bald nicht mehr